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Interessenvertretung oder Vetternwirtschaft?

24. November 2014, von Alain Greter

Leserbrief von Alain Greter, Vorstand Grüne Stadt Luzern, zum Uni-Gesetz-Artikel „Brauchen keinen Auswärtigen“, Neue-Luzerner-Zeitung-Ausgabe vom 22. November 2014

Auffällig viele Wirtschaftsvertreter weibeln für ein Ja zur neuen Wirtschaftsfakultät. Das ist legitim, weil Interessenvertretung zur Schweizer Demokratie gehört. Ein Universitätsgesetz sollte aber in erster Linie etwas mit dem Bildungsangebot zu tun haben und nicht mit der lokalen Wirtschaft. Die Ja-Kampagne hat einen faden Beigeschmack von Vetternwirtschaft.

Problematisch ist das starke Engagement der Wirtschaftselite auch aus einem anderen Grund. Die Schweiz ist eines der wenigen westlichen Länder, das keine Regeln zur Finanzierung von Parteien oder Abstimmungskampagnen kennt. Bei dieser kantonalen Abstimmung fällt das krasse Ungleichgewicht der verwendeten Mitttel auf. Den Befürwortern scheinen unbeschränkt finanzielle Mittel zur Verfügung zu stehen.

Luzern braucht keine KMU-orientierte Wirtschaftsfakultät. Die Universität ist nämlich „eine Stätte der kritischen Reflexion, der Forschung, der Kultur und des […] Erinnerns“. So steht es im Planungsbericht über die Hochschulentwicklung von 2012.

Die Fachhochschulen hingegen zeichnen sich durch praxisorientierte Studiengänge aus. Sie bereiten „Berufsleute auf Kaderstellen in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Verwaltung vor“. Die geplante Wirtschaftsfakultät an der Uni will das gleiche und ist damit eine Konkurrenz zur erfolgreichen Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Einige Herren beanspruchen für sich ein Stück des Kuchens, der ihnen gar nicht zusteht. Ich bin für die Uni Luzern – aber ohne eine ausschliesslich von der Wirtschaft finanzierten, praxisorientierten Wirtschaftsfakultät. Eine solche ist an der Uni fehl am Platz – deshalb sage ich Nein zum Universitätsgesetz.

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