Ökologisch konsequent, sozial engagiert, global solidarisch

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Jahresarchiv für 2007


Originelle Höchstleistungen gefragt!

Donnerstag, den 27. September 2007, von Rosa Rumi

Es ist Wahlkampf, eigentlich die Zeit, sich politisch inhaltlich zu positionieren. Stattdessen werden wir von Journalistinnen und Journalisten nach originellen Aktionen, speziellen Websites und „gägigen“ Aussagen gefragt – nicht immer, aber immer öfter. Politische Statements an sich scheinen zu langweilen. Gefragt ist die schrille Verpackung.
Weil wir uns anstrengen, viel arbeiten und manchmal nicht ans Ziel kommen, wirken wir wohl gelegentlich etwas sauertöpfisch. Wir sind schliesslich weder kabarettistische noch schauspielerische Profis! Sollten wir deshalb im heutigen Medienzirkus allzu gewöhnlich wirken, dann weil wir den ständigen Zwang originelle Höchstleistungen zu erbringen einfach lästig finden.
Wir haben andere Ansprüche und wehren uns dagegen, komplexe Sachverhalte in einem einfachen Satz erklären zu müssen. Wir wollen Hintergründe und Details kennen bzw. selbst darlegen, Zusammenhänge und Auswirkungen aufzeigen. Das ist schliesslich die Aufgabe von politisch engagierten Leuten.
Glücklich also, wer immer eine originelle Idee oder ein peppiges Statement auf der Zunge hat und dabei Optimismus und Zuversicht ausstrahlt? Das nennt sich gute Verpackung! Ich meine, nein. Es kommt eben doch auf den Inhalt an. Wir Grünen jedenfalls verkaufen nicht leere Luft, sondern saubere.

Existenzsicherndes Grundeinkommen

Dienstag, den 25. September 2007, von Heidi Rebsamen

Heute habe ich einen interessanten Link in meinem elektronischen Postfach gefunden. Es geht dabei die Weiterverbreitung der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Bezeichnenderweise wirft diese Idee in der Schweiz keine grossen Wellen. Sie wird in unseren Medien nicht beachtet und folglich findet kein öffentlichen Diskurs statt. Mit „nur“ 100’000 Arbeitslosen (2.6% im August) scheinen wir die Probleme noch in Griff zu haben. Ich habe auch schon von Ökonomen gehört, die über eine Arbeitslosequote von 5% bereits von Vollbeschäftigung sprechen. Das finde ich sehr zynisch, die vielen Einzelschicksale im Auge, für welche die Arbeitslosigkeit eine schlimme Zeit bedeutet.
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Kleine Klimadiskussion auf der Alp

Dienstag, den 25. September 2007, von Roman Brusa

Sonntagnachmittag, Berggasthaus Tannalp auf Melchsee-Frutt, herrliche Herbstsonne auf der Terrasse, meine Begleitung steht Schlange an der Selbstbedienung, gedankenverloren beobachte ich das emsige Treiben. Am Nebentisch ein etwas griesgrämig wirkender Mann bei Bier und Zigarette, am anderen Ende hat ein Mann mit zwei Jungs sich ebenfalls zum Bier gesetzt. Sie reden bald vom Wetter, dass es kaum Schnee gegeben habe auf dem Pilatus, immerhin über 2000 Meter über Meer, meint der griesgrämige Herr. Dann der Familienvater: Die Grünen und Linken wollen immer diese Klimamassnahmen und -abgaben, immer diese Klimaerwärmung, das nützt doch nichts, wenn wir in der kleinen Schweiz, und überhaupt, andere Länder sind viel schlimmer, und das wird auch nicht besser, wenn wir Abgaben und andere Massnahmen einführen. – Worauf der Griesgram: Ja genau, die Grünen… – und dann ein aggressiver Spruch, den ich hier nicht wiederholen will und der mir, wenn ich ehrlich bin, auch schon längst wieder entfallen ist.

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Heizen mit Öl… entschieden falsch

Samstag, den 22. September 2007, von Raffael Fischer

Erstaunlich, was man alles zugeschickt erhält, wenn man für einen Sitz in Bern kandidiert: Smartvote, Zeitungen, Klimakampagne, das Asylnetz, der Kantonalschützenverein, SwissOil; sie alles wollen was erfragen, wissen oder für etwas werben. Den Vogel abgeschossen hat aber gewiss Swissoil, besser bekannt unter dem alten (und verräterischen) Namen Erdölvereinigung. In einem sehr formellen Brief schrieb mir der Zentralschweizer Sektionspräsident unter dem Titel „Bei uns ist Ihre Meinung gefragt“ folgende Zeilen:

„Sie kandidieren in den bevorstehenden eidgenössischen Wahlen für einen Sitz im Parlament in Bern. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das Wort «Heizöl» hören oder lesen? Finden Sie, Heizöl sei ein Energieträger, dem auch in Zukunft ein fester Platz im Schweizer Energiemix gehört? Oder wollen Sie, dass der flüssige Brennstoff möglichst rasch durch andere Energieträger ersetzt wird, obwohl es in rund der Hälfte der Schweizer Haushalte ungemütlich kalt würde, wenn es ihn von heute auf morgen nicht mehr gäbe?“ Und weiter geht’s in diesem unerhört suggestiven Stil: „Denken Sie, dass weitere staatliche Vorschriften notwendig sind, um Energiesparen und Umweltschutz voranzubringen? Oder vertrauen Sie eher auf die Einsicht und Intelligenz ihrer Wählerinnen und Wähler, dass diese es selbst zu beurteilen vermögen, was in diesen Bereichen für Gesellschaft und Umwelt den besten Nutzen erbringt und welche individuellen Konsequenzen daraus zu ziehen sind?“

Ich hätte Lust, den Herren (und Damen?) zu antworten:
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RundBrief zu den Wahlen 2007

Donnerstag, den 20. September 2007, von Webmaster

Noch bevor er im Briefkasten liegt, können sie den neuesten RundBrief zu den Wahlen hier herunterladen. Die Schwerpunkt-Themen der aktuellen Ausgabe:

  • Schwerpunkt: Wir zeigens: Grün macht glücklich!
  • Stadt: Verabschiedung von Grossstadträtin Cony Grünenfelder.
  • Schwerpunkt: Unsere Spitzenkandidaten Louis Schelbert und Heidi Rebsamen im Gespräch.
  • junge grüne: Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge – gegen Offroader!

Den aktuellen RundBrief 4/07 finden sie hier (PDF, 1.7 MB).

Ältere Ausgaben können Sie immer in unserer Archiv-Übersicht nachlesen.

Fortschrittliche Umweltpolitik?

Donnerstag, den 20. September 2007, von Roman Brusa

Fortschrittliche Umweltpolitik?

Titel: „Fortschrittliche Umweltpolitik“, Text: „Wer engagiert sich wie keine andere Partei für den Doppelspurausbau der Bahn am Rotsee? Wer betreibt eine nachhaltige, umweltverträgliche Verkehrspolitik? Wer bekennt sich vorbehaltlos zur Förderung erneuerbarer Energie und mehr Effizienz im Energieverbrauch? …“ – und daneben das idyllische Bild vom Entlebucher Windrad.

Was meinen Sie, woher das stammt? Ein Wahlflyer der Grünen aus den 80er-Jahren? Nein, nein, wo denken Sie hin! Das sieht zwar ganz so aus, stammt aber aus dem Wahlprospekt 2007 der Luzerner FDP! Es ist natürlich erfreulich, wenn die FDP die Umweltpolitik entdeckt und merkt, dass Massnahmen zum Schutz der Umwelt nicht gegen die Wirtschaft gehen, sondern ihr im Gegenteil neue Impulse verleihen. Endlich, könnte man sagen, es hat zwar lange gedauert, aber besser spät als nie.

Daneben aber bleiben ein paar Fragen: Weshalb denkt die FDP, ausgerechnet jetzt sei es Zeit für ihre „fortschrittliche Umweltpolitik“? Warum hielt man die Leute, welche diese fortschrittliche Umweltpolitik schon vor 25 Jahren forderten, bis heute nicht für fortschrittlich, sondern vielmehr für „ahnungslose wirtschaftsfeindliche Spinner“? Und, liebe FDP, ist euer Bildchen von der umweltfreundlichen Energiegewinnung nicht ein bisschen geschönt? Müsste das bei euch nicht eher irgendwie so aussehen?

Fortschrittliche Umweltpolitik?

Käuflichkeiten

Donnerstag, den 20. September 2007, von Michael Töngi

Endlich – der Briefkasten ist nach einer langen Flaute wieder etwas voller. Fast täglich trudelt momentan Post ein von Verbänden, Organisationen und Vereinen, welche uns NationalratskandidatInnen befragen oder beurteilen wollen. Gestern war nun der Luzerner Kantonalschützenverein an der Reihe. Man erhielt einen Fragebogen – ich fülle ihn vorsorglich gar nicht aus, man stelle sich die Schlagzeile vor: “Michael Töngi vom Schützenverein unterstützt.”… – und im Brief wurde weiter erklärt: “Wir werden uns erlauben den Kandidatinnen und Kandidaten die unsere Unterstützung beanspruchen, einen Kostenanteil für Druck- und Versand von SFr. 500.- in Rechnung zu stellen.” Gesinnung alleine genügt heute also nicht mehr – das ahnten wir doch schon ganz verschwommen, es braucht Cash, um unterstützt zu werden. Damit betätigen sich die Verbände selber in einem üblen Spiel: Politik wird von jenen gemacht, die es sich leisten können. Das sollte eigentlich grad nicht die Linie von Verbänden sein, die doch selber von Gratisarbeit leben.
PS. Die Unart, für Unterstützung Geld zu verlangen, betrifft nicht nur den Schützenverein, wenn ich mich richtig erinnere, macht die Neue europäische Bewegung Schweiz dasselbe.

CVP: Mittelmass in Matemadik?

Samstag, den 15. September 2007, von Michael Töngi

Sensationell: Die CVP holt zum fulminanten Spurt auf und gewinnt nach einer Wahlprognose volle 0.6 Prozent gegenüber von vier Jahren. Sie landet jetzt bei fantastischen 15 Prozent und glaubt schon, dass sie jetzt voll Rohr einen zweiten Bundesratssitz fordern kann. Nur weil sie die FDP um irgendwie 0.1167 Prozent überholt – oder sowas ähnlichem. Mathematik scheint dabei nicht gerade die Stärke der CVP zu sein. Gemäss Umfragen erhalten die Grünen über 10 Prozent der Stimmen. Geht es nach rechnerischen Grundsätzen, so ist klar, dass bei dieser Konstellation ein Sitz an die Grünen gehen muss. Die CVP muss sich schon noch etwas stärker sputen, um eine Berechtigung für einen zweiten Sitz reklamieren zu können.

Ich kann ja doch nichts tun…

Freitag, den 14. September 2007, von Raffael Fischer

Sicher haben Sie die Plakate auch schon gesehen: „Ich würde ja sofort etwas fürs Klima tun. Aber ich bin halt nur ein Plakat.“ Sie sollen zum Denken anregen. Und zum Handeln. Auch politisch soll sich etwas tun. Statt Ausreden fordern wir Taten. Deshalb die Klima-Initiative. Worum geht es genau?

Mittlerweile ist allen bekannt: Der Klimawandel ist eine der weltweit wichtigsten Herausforderungen. Doch Bund und Kantone tun sich mit der Reduktion der Treibhausgase in der Schweiz schwer – es fehlen Massnahmen, die rasch und deutlich Treibhausgase vermindern. Deshalb haben die Grünen in diesem Frühjahr zusammen mit den Umweltverbänden die Eidg. Volksinitiative für ein gesundes Klima lanciert. Sie will eine Reduktion der Treibhausgase um 30 Prozent (gegenüber dem Referenzjahr 1990) bis zum Jahr 2020 in der Schweizer Verfassung festschreiben. Dieses Ziel können wir durch effizientere Nutzung der Energie sowie durch Förderung von erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind, Erdwärme und Holz erreichen.

Morgen, am 15. September 2007, ist der nationale Sammeltag für die Klima-Initiative. In Luzern sammeln sowohl der WWF als auch wir von den Luzerner Grünen Unterschriften für die Klimainitiative. Helfen auch Sie mit und unterschreiben Sie für ein besseres Klima! Danke.

Terrorismus und die Schweiz

Dienstag, den 11. September 2007, von Raffael Fischer

Dienstag, der 11. September. Ein symbolträchtiges Datum: Genau vor 6 Jahren, ebenfalls an einem Dienstag, steuerten islamistische Terroristen gekaperte Flugzeuge in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers. Fast 3000 unschuldige Menschen starben damals, die Bilder der einstürzenden Türme gingen um die Welt und werden auch heute wieder x-mal wiederholt. WTC und der 11. September sind seitdem Chiffren für einen Terrorismus neuer Art, der keine politischen Forderungen stellt, sondern wahllos so viele Zivilisten wie möglich zu töten versucht und damit die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Auf den Anschlag folgte eine beispiellose Sicherheitsoffensive, die den Flugverkehr ziemlich verändert hat. Doch der nächste grössere Anschlag in der westlichen Welt erfolgte dann in Regionalzügen; Madrid, 11. März 2004. Ein anderes Mal traf es die U-Bahn von London, am 7. Juli 2005. (Zahlenspiele scheinen beliebt zu sein.) Auch hierzulande fürchteten und fürchten sich manche Mitbewohner mehr und andere weniger vor solchen Anschlägen. Grundsätzlich gibt es keinen Grund, warum islamistische Terroristen nicht auch die Schweiz ins Visier nehmen könnten,
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