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Geld regiert die Welt – auch bei den Wahlen!

3. November 2007, von Philipp Federer

Geld regiert die Welt! Diese alte Erkenntnis, welche bei den amerikanischen Präsidenschaftswahlen offensichtlich ist, trifft auch für die Schweiz zu. Die Analyse nach den Nationalratswahlen bestätigt diese These. Die finanziellen Mittel werden zwar etwas diskreter eingesetzt, jedoch beeinflussen sie das Wählerverhalten. Geld regiert die Welt, auch bei den Nationalratswahlen, sowohl schweizweit als auch lokal.

Über 50% der Plakataufwendungen wurden schweizweit insgesamt von einer Partei geleistet, ebenso bei den Inseraten. Bezüglich der Anzahl Kandidatinnen und Kandidaten sind diese Aufwendungen in einem krassen Missverhältnis zu allen übrigen Parteien. Die Demokratie ist durch Geld stark korrumpiert, also beeinflusst und verzerrt.

Auch im Kanton Luzern fielen ein Inhaber und eine Inhaberin eines unsicheren Nationalratssitzes durch enorme Werbeausgaben auf, ebenso die zwei Neugewählten. Der lokalen Tageszeitung konnte man entnehmen, dass sowohl der umstrittene SVP Nationalrat als auch die kürzlich nachgerückte Nationalrätin einen PR-Berater engagierten. Die gleichen Dienste erkauften sich der neue Nationalrat und die neue Nationalrätin. Die Presse berichtete von gegen 100’000.- Franken persönlichem Werbeaufwand pro Kandidat(in). Dieser Aufwand für eine Person entspricht dem Finanzaufwand der Grünen für 19 Kandidierende inklusive der ganzen kantonalen Parteiwerbung.

Gestaunt habe ich weniger über die Finanzkraft von Einzelpersonen, als über eine andere Begebenheit. Gerade die finanzkräftigen Einzelpersonen fielen zusätzlich durch besondere Eigenheiten auf. Sie engagierten wie angetönt einen PR-Berater, die meisten sogar den gleichen aus Meggen. Mit seiner Beratung wurden illegale Mittel eingesetzt. Der eine kupferte die Werbung eines Kaffees ab, er machte auf den gemütlichen Bürger. Dies lenkte von seinen unrühmlichen Geschäftstätigkeiten ab, welche ihn in den Konkurs führten. Die zweite Nationalrätin benützte illegal einen Song einer berühmten Musikgruppe als Slogan und als persönlicher Song für die Homepage. Beides musste mit gerichtlichen Schritten oder mit scharfen Briefen von Anwälten gestoppt werden. Beides wurde angepasst oder sogar entfernt. Der PR-Berater war so clever, dies der unkritischen Tageszeitung unterzujubeln, welche darüber aufgekratzt berichtete. Der Kandidat und die Kandidatin wurden als zeitgemäss und mutig dargestellt im Gegensatz zu den sturen Bewahrern des geistigen Eigentums. Ein halbseitiger Bericht dazu war beste redaktionelle Gratiswerbung. Ein weiterer Kandidat steigerte sein Stimmvolumen, indem er seine harte politische Linie durch einen sozial engagierten und angesehenen Theologen aufbesserte. Er liess ein Flugblatt mit dem Foto und der Empfehlung des Theologen Sepp Riedeners drucken. Dieser staunte, weil er für dieses Flugblatt von Herrn Segmüller nie gefragt wurde. Leider unterliess der Missbrauchte den Gang an die Öffentlichkeit. Meine Erkenntnis anhand dieser Nationalratswahlen ist, Geld regiert die Welt und verleitet zudem zu korrupten Methoden.

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