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Experiment Autoförderung

16. Oktober 2007, von Roman Brusa

Ei, was für ein Aufjaulen, was für eine Empörung! Die Budgeterhöhung für Strassenverkehrsbussen verleitet nicht nur unsere Neue LZ, vom Pfad der gepflegten Ausdrucksweise abzukommen und Vokabular der führenden Populisten einzusetzen. „Abzockerei“ heisst es da im Titel, gerade wie am Stammtisch (siehe auch Michaels Kommentar in seinem Blog). Eine Freude die Leserbriefseiten, wieviel Leben, Engagement und Empörung da plötzlich zum Vorschein kommt.

Wie lautet noch der Standardspruch bei all den Verschärfungen, die von der Law & Order-Fraktion gefordert werden: Ausländer, Wegweisung, Missbrauch, Verwahrung, und überhaupt wird bei jeder Gelegenheit gefordert, „dem Gesetz mit aller Härte zum Durchbruch zu verhelfen“? Warum nicht hier? „Es betrifft ja nur die, die sich nicht an die Gesetze halten.“ Warum kommt der Spruch hier nicht zum Einsatz? Was ist überhaupt das Geschrei anderes als die Offenbarung, dass man gedenkt, sich nicht an die Verkehrsregeln zu halten?


Grüne finden das natürlich gut. Es gibt genügend Gründe, dem Autoverkehr die Attraktivität zu nehmen. Sonnenklar, dass ungehemmter Autoverkehr in kürzester Zeit zur Totalblockierung führt. Es wäre sehr bald kein Durchkommen mehr, für keinen, auch nicht für die, die „zwingend darauf angewiesen sind“. Schon paradox, mit den mühsam errungenen Entattraktivierungsmassnahmen verhelfen wir den vergifteten Autofahrern dazu, überhaupt noch fahren zu können…

Vielleicht sollt man die Frage mal ganz anders angehen, ein Experiment wagen? Vielleicht sollte demonstriert werden, wie ungehemmter Autoverkehr aussieht?

Zum Beispiel so: Die Stadt, zusammen mit der Cityvereinigung, schreibt für einen x-beliebigen Samstag eine Stadt-Rallye aus: Jeder, der belegen kann, dass er – legal oder illegal – sein Auto in der Innenstadt parkiert hat, bekommt einen Einkaufsgutschein. Die Polizei könnte vorab kommunizieren, dass sie den Anlass nicht ernst nehmen und/oder sowieso heillos überfordert sein würde, womit die Chancen gut stünden, für Verkehrsdelikte nicht belangt zu werden.

Das Resultat wäre ein vollständiger weiträumiger Verkehrskollaps, viele Leute würden stundenlang irgendwo in der Stadt oder Agglo im Stau stecken. Ausserdem wäre die Innenstadt überfüllt mit Autos, auf Trottoirs, in der Altstadt, am Quai und in den Parks, überall würden sie stehen und stinkend rangieren. Der weitaus grösste Teil würde die Innenstadt nicht innert nützlicher Frist erreichen. Auch der öV würde zusammenbrechen, und schönerweise wären für einmal nicht die Grünen schuld, sondern all die „cleveren“ Autofahrer/innen, die trotz allem versuchen, in die Altstadt zu kommen. Und Stadt und Cityvereinigung, die auf die hirnverbrannte Idee kommen, den Autoverkehr zu fördern…

Es wäre wohl für viele ein schwieriger Tag. Die Geschäfte in der Stadt würden kaum auf ihre normalen Umsätze kommen und müssten dafür erst noch ein paar Gutscheine ausgeben (für die paar wenigen, die es schaffen). Für uns Stadtbewohner/innen würde sich allerdings wenig ändern: Viel schlimmer als an normalen Tagen kann es ohnehin nicht kommen. Und persönlich könnte man ja vorsorgen und entweder zu Hause bleiben oder sich frühzeitig per Velo oder öV aus der Stadt machen. Und: Für diese Live-Demo, wie sich die Förderung des Autoverkehrs auswirkt, würde sich das vielleicht lohnen…? Vielleicht würde plötzlich auch ausserhalb der Grünen Kreise die Einsicht wachsen, dass es gar nicht anders geht, dass der Autoverkehr beschränkt werden muss, damit eine Stadt überhaupt einigermassen funktionieren kann.

4 Reaktionen zu “Experiment Autoförderung”

  1. Dachmann

    Was ich nicht begreiffe, ihr wollt euch als die Grüne Partei für unsere Umwelt einsetzen, kennt aber die —Chemtrails— noch nicht?

  2. Roman Brusa

    Ich gebe zu, dass mir der Begriff Chemtrails nicht bekannt war, obwohl mich an schönen Tagen auch schon erstaunt hat, wieviel „Bewölkung“ allein die Flugzeuge verursachen. Aber dafür haben wir ja Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Chemtrails

    Laut dem Artikel soll es sich bei der Idee, Kondensstreifen würden mit chemischen Mitteln absichtlich verstärkt, um eine Beeinflussung des Klimas zu erreichen, klar um eine Verschwörungstheorie handeln, die zudem offensiv von rechtsextremen Gruppierungen gestützt werde. Haben Sie Grund zur Annahme, dass der Wikipedia-Artikel damit falsch liegt?

  3. besser als du

    Diese Frage wurde nie auf dieser Seite erstellt, das Original befindet sich an einem ganz anderen Ort.?

    Wikipedia hat absolut recht dies gibt es nicht.

    Es sind die Artikel damit richig.

  4. John

    Wollte nur noch kurz was loswerden was die Chemtrails angeht.
    Wikipedia hier als Ort der Wahrheit zu bezeichnen oder auf deren Unfehlbarkeit zu schliessen ist ein riesen Fehler. Dabei das Wort Verschwörungstheorie zu verwenden ist ein kluger Schachzug um Leute von einer Sache abspenstig zu machen, denn wer glaubt denn schon an sowas?!
    In diversen Ländern wurde, auch von Regierungsseite, der Einsatz von Sprühflugzeugen bestätigt. Wer sich also mal nicht vom Wort „Verschwörungstheorie“ abschrecken lässt und sich ein wenig schlau darüber macht wird die Sache wahrscheinlich anders sehen. Wer sich dafür zu schade ist kann ja einfach mal an einem schönen Tag den Himmel beobachten. Ganz klar ersichtlich werden die Spuren wenn man sie mit normalen Kondensstreifen vergleicht, die bereits nach wenigen Momenten wieder verschwinden, oder ein Flugzeug beobachtet das gerade seinen Tank lehrt um danach wieder mit einem normalen Kondensstreifen weiter zufliegen. Die Chemie bleibt richtig schön lange in der Luft und verteilt sich dann je nach Wind. Wenn man das Glück hat kann man sogar die Regenbogeneffekte sehen die durch die kleinen Alupartikel entstehen. Also bitte bevor hier wieder die Internetpolizei auf Wiki verweist und alles als eine „nur für Vollidioten, Verschwörungstheorie“ abstempelt, Informiert euch selber.
    Das Chemtrails existieren steht ausser Zweifel, fraglich ist WARUM? WIESO? Von offiziellen Seiten wird gerne behauptet das dies der Wetterbeeinflussung, und somit dem auch dem Kampf gegen den Klimawandel diene. Wer auch hier nicht daran glaubt das Wetterbeinflussung stattfindet der soll doch mal ein paar ganz normale Zeitungen lesen. Ein Beispiel sind die Raketen die zur Eröffnungsfeier der olympischen Spiele 2008 verschossen wurden, stand fast in jeder Zeitung, nicht in dem so Verschwörungsverseuchten WWW. 😉

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