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Postulat über Gelder an den Luzerner Tourismus ausschliesslich für nachhaltigen Tourismus

18. Mai 2020

Samuel Zbinden und Mitunterzeichnende fordern den Regierungsrat mit einem Postulat auf, dafür zu sorgen, dass sämtliche ausserordentlichen Gelder an die Luzerner Tourismusförderung während der Corona-Krise ausschliesslich für die Förderung und Bewerbung eines sanften, ressourcenarmen Tourismus mit Fokus auf längere Aufenthaltsdauer verwendet werden.

Der Regierungsrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass sämtliche ausserordentlichen Gelder an die Luzerner Tourismusförderung während der Corona-Krise ausschliesslich für die Förderung und Bewerbung eines sanften, ressourcenarmen Tourismus mit Fokus auf längere Aufenthaltsdauer verwendet werden.

Begründung:
Der Luzerner Tourismus leidet in dieser Krise sehr stark. Eine Erholung des internationalen Tourismus in den nächsten Monaten ist aufgrund der geschlossenen Grenzen nicht zu erwarten. Gleichzeitig ist mit einer erhöhten Nachfrage von Tourist*innen aus dem Inland zu rechnen. Diese Situation bietet die Chance, den Tourismus im Kanton Luzern diverser, nachhaltiger und stärker zu positionieren.

Am 21. April 2020 hat der Regierungsrat Unterstützung im Umfang von 700000 Franken zur Stützung des Luzerner Tourismus gesprochen. Im Rahmen der Mai-Session wird der Kantonsrat über weitere Stützungsgelder sprechen. Mit diesen Geldern das gleiche Massenangebot wie vor der Krise jetzt einfach für Inland-Gäste zu bewerben, ist kurzsichtig. Einerseits ist in der jetzigen Situation nicht klar, wie viele Gäste an den Tourismus-Hotspots im Kanton Luzern diesen Sommer überhaupt aufgenommen werden dürfen. Andererseits wäre eine solche Fokussierung wie vor der Krise eine verpasste Chance.

Die verschiedenen Regionen im Kanton Luzern haben eine breite Palette an Tourismusangeboten, die ohne grosse Emissionen oder Belastung für die Natur möglich sind: Wandern in der Schrattenfluh, Baden in der Wigger oder Biken um den Sempachersee und am Abend in Restaurants die lokalen Spezialitäten geniessen, das sind nur einige Beispiele. Dank den vielen spannenden Angeboten bleiben die Gäste auch einige Tage im Agrotourismus (Schlafen im Stroh, Tipis usw.), im Landgasthof, in der Jugendherberge oder auf dem Zeltplatz in der Stadt und auf dem Land. Gerade solche Angebote werden unter den aktuellen Umständen diesen Sommer hoch im Kurs stehen. Hier muss der Regierungsrat die Tourismusförderung in die Pflicht nehmen: Sie soll aufzeigen, wie die ausserordentlichen Steuergelder dem Ziel der Förderung und Bewerbung von sanften Tourismusangeboten sowie der verlängerten Aufenthaltsdauer gerecht wird. Nur so schaffen wir den Strukturwandel hin zu einem breiteren und sanfteren Tourismus im Kanton Luzern.