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Postulat über Corona-bedingte Verkehrsmengenreduktion erhalten

18. Mai 2020

Monique Frey und Mitunterzeichnende fordern den Regierungsrat mit einem Postulat auf, einen Planungsbericht mit behördenverbindlichen Massnahmen zu erarbeiten, welche die positiven Effekte der Reduktion der Verkehrsmenge während der Corona-Krise beibehält.

Der Regierungsrat wird aufgefordert, einen Planungsbericht mit behördenverbindlichen Massnahmen zu erarbeiten, welche die positiven Effekte der Reduktion der Verkehrsmenge während der Corona-Krise beibehält.

Begründung:
Die Corona-Krise hat auch positive Effekte. So sind der motorisierte Verkehr auf der Strasse und und die Pendler*innenströme auf der Schiene zurückgegangen (je nach Strecke und Tag über 50 Prozent weniger Fahrzeuge; beim öffentlichen Verkehr noch stärker). Die Sicherheit auf den Strassen hat sich erhöht. Der Lärm wurde deutlich reduziert. Und die Luftmessstationen haben in den letzten Jahrzehnten nie mehr so saubere Luft gemessen.

Diese Situation ist allen aufgefallen und hat viele positive Reaktionen ausgelöst. Die Bevölkerung pilgerte nach draussen für Spaziergänge, Jogging und Velotouren. Sanft wurden die öffentlichen Räume, Strassen, Plätze und Trottoirs zurückerobert.

Nun reagieren weltweit viele Städte auf diese neue Situation, da sie einerseits den Fuss- und Veloverkehr als umweltfreundlich und gesund fördern wollen und andererseits Corona-bedingt die Fussgänger*innen und die Velofahrer*innen den nötigen Abstand einhalten müssen und daher mehr Raum benötigen: New York, Brüssel, Mailand, Paris oder Berlin beschreiten
diesen Weg.

Mit diesem Postulat wird der Regierungsrat aufgefordert, die Situation auch für Luzern (Stadt, Agglomeration und Landschaft) zu analysieren, den wirtschaftlich nicht notwendigen motorisierten Verkehr nicht wieder ansteigen zu lassen, den Umstieg auf platzsparende und klimaschonende Mobilitätsformen zu fördern und die Pendlerströme im öffentlichen Verkehr (öV) mit geeigneten Massnahmen besser zu lenken. Dazu soll er einen Planungsbericht mit behördenverbindlichen Massnahmen erarbeiten.

Mögliche Massnahmen sind beispielsweise:
  • Förderung Homeoffice (Auf- und Ausbau der Digitalinfrastruktur, steuerliche Anreize, Mobility Pricing) bei den kantonalen Dienststellen und privaten Unternehmen.
  • Schaffung eines Verkehrsmanagements, welches konsequent die platzsparenden und
    klimaschonenden Verkehrsmittel wie öV, Fuss- und Veloverkehr priorisiert.
  • Ausbau einer sicheren Veloinfrastruktur (Velowege und Velostrassen) sowohl für die Freizeitfahrer*innen als auch für die Velopendler*innen.
  • Änderung des Modalsplits zu Gunsten des öV, Fuss- und Veloverkehrs durch Umwidmung von Spuren zu kombinierten Bus-/Velospuren und einer systematischen Planung des öffentlichen Raums also von Strassen, Trottoirs und Plätzen , welche sich stärker an der Geschwindigkeit des Menschen und nicht an derjenigen des motorisierten Verkehrs orientiert.
  • Steuerliche Gleichbehandlung der öV-Nutzer*innen, Velofahrer*innen und Zufussgehenden gegenüber Autofahrenden.
  • Forderung und Förderung von Pooling-Systemen der Verteillogistik.