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Postulat über Outsourcing rückgängig machen und Frauen(tiefst)löhne anheben

21. Oktober 2019

Monique Frey und Mitunterzeichnende fordern mit einem Postulat die Rückführung ausgelagerter Aufträge des Kantons in den öffentlichen Dienst oder in subventionierte Betriebe und die Anhebung der (Tiefst-)Lohnklassen, in denen überwiegend Frauen tätig sind.

Ausgelagerte Aufträge des Kantons, wie im Bereich des Reinigungswesens und der Betreibung von Mensen, müssen in den öffentlichen Dienst oder in subventionierte Betriebe (Sozialfirmen) zurückgeführt werden. Die (Tiefst-)Lohnklassen, in denen überwiegend Frauen tätig sind, müssen angehoben werden.

Begründung:
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern halten sich hartnäckig. Frauen, die die Männer bezüglich Bildung inzwischen überholt haben, verdienen immer noch rund einen Fünftel weniger als diese. Gemäss der vom Bundesamt für Statistik im Januar 2019 veröffentlichten Lohnstrukturhebung haben Frauen im Jahr 2016 im privaten Sektor 19,6 Prozent weniger verdient als Männer der geschlechtsspezifische Lohnunterschied stagniert auf hohem Niveau. Dies auch im Kanton Luzern, wo der Unterschied immer noch über 16 Prozent beträgt und seit der letzten Erhebung sogar gestiegen ist.

Somit können die Frauen eigentlich heute, am 21. Oktober 2019, bei Einreichung dieses Postulats, die Arbeit einstellen. Für die restlichen Tage des Jahres werden sie ja nicht mehr bezahlt.

Nicht nur stagniert, sondern sogar gestiegen ist der diskriminierende Anteil des Lohnunterschieds: 2016 konnten 42,9 Prozent der Lohndifferenz nicht mit Ausbildung, Verantwortung oder Alter erklärt werden, 2014 waren es noch 39,1 Prozent. Schon junge Berufsfrauen müssen einen beträchtlichen Frauenmalus in Kauf nehmen: Je jünger die Arbeitnehmenden sind, desto grösser ist der diskriminierende Anteil des Lohnunterschieds.

Es ist zudem inakzeptabel, dass Frauen trotz guter Ausbildung immer noch übervertreten sind in Berufen mit tiefen Löhnen. Für die Frauen im Tieflohnbereich braucht es dringend existenzsichernde Mindestlöhne.

Es braucht griffige Massnahmen gegen die Diskriminierungen der Frauen im Erwerbsleben. Auch der Kanton ist weit davon entfernt, in Fragen der Gleichstellung ein exemplarischer Arbeitgeber zu sein, und die Abbau- und Sparpolitik verschärft das Problem. Es werden vermehrt Arbeiten privatisiert und ausgelagert. Outsourcing geht immer mit einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen einher.

Der Kanton hat die Möglichkeit, diese ausgelagerten Aufträge wieder in den öffentlichen Dienst zurückzuführen und existenzsichernde Löhne zu zahlen. Er muss mit gutem Beispiel vorangehen, um das Tempo der Umsetzung der Gleichstellung zu erhöhen.