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Postulat über die Sicherstellung der Finanzierung des Projekts «Hebamme Zentralschweiz»

16. September 2019

Noëlle Bucher und Mitunterzeichnende fordern den Regierungsrat mit einem Postulat auf, den Aufbau und die Umsetzung des Projekts «Hebamme Zentralschweiz» der Hebammenzentrale Zentralschweiz finanziell sicherzustellen.

Der Regierungsrat wird aufgefordert, den Aufbau und die Umsetzung des Projekts «Hebamme Zentralschweiz» der Hebammenzentrale Zentralschweiz finanziell sicherzustellen. Gleichzeitig wird er gebeten, sich bei den Gemeinden, Spitälern und Geburtshäusern im Kanton dafür einzusetzen, dass sie «Hebamme Zentralschweiz» ebenfalls finanziell unterstützen. Die Leistungserbringung durch die Hebammenzentrale Zentralschweiz und die Leistungsvergütung sollen in einem Leistungsauftrag festgeschrieben werden.

Begründung:
Seit der Einführung der Fallpauschalen (Swiss DRG) im Jahr 2012 hat sich die Aufenthaltsdauer einer Wöchnerin nach der Geburt in Spitälern verkürzt, was zur Folge hat, dass sich ein wichtiger Teil der Wochenbettbetreuung nach Hause verlagert. Mütter sind in dieser sensiblen Zeit auf Beratung sowie wie ihre Neugeborenen auf eine professionelle medizinische Grundversorgung angewiesen. Die Dienstleistungen der Hebammen sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Grundversorgung im Kanton Luzern. Und hier setzt das Projekt «Hebamme Zentralschweiz» an: Das Pilotprojekt verfolgt das Ziel, die Betreuung von Wöchnerinnen und Neugeborenen nach Austritt aus dem Spital beziehungsweise im Wochenbett mittels niederschwelliger und koordinierter Vermittlung von freipraktizierenden Hebammen optimal zu organisieren mit dem Ziel, eine qualitativ hochstehende, sichere, koordinierte und bedarfsgerechte medizinische Versorgung zu garantieren.

Die Bedeutung der Hebammen in der Prävention und Gesundheitsförderung ist unbestritten. Tatsache ist, dass viele Eltern nach der Geburt ihres Kindes noch keine Hebamme für die Betreuung der Mutter im Wochenbett haben. So wurden in den Jahren 2013 bis 2016 rund 20 Prozent der Hebammen für die Wochenbettbetreuung von Familien im Kanton Luzern über die Hebammenzentrale Zentralschweiz vermittelt.

Die dem Aufbau und der Umsetzung des Projektes «Hebamme Zentralschweiz» bislang zugesicherten kantonalen Beiträge aus dem Lotteriefonds sind nicht ausreichend, um die Vermittlungstätigkeit auch in Zukunft aufrechtzuerhalten und deren geplante Professionalisierung zu realisieren. Damit im Kanton Luzern alle Mütter und ihre Familien von der nachgeburtlichen Hebammenbetreuung profitieren können und um allfälligen (höheren) Gesundheitskosten durch Arztbesuche oder Spitalaufenthalte vorzubeugen, ist eine solide Finanzierungsbasis in der Aufbau- und Pilotphase von «Hebamme Zentralschweiz» unabdingbar. Die Finanzierung von «Hebamme Zentralschweiz» soll breit abgestützt werden. Der Kanton soll sich adäquat daran beteiligen und sich bei den Gemeinden, Spitälern und Geburtshäusern ebenfalls für eine finanzielle Beteiligung stark machen.