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Veranstaltung Grüner Wald - Nachhaltiges Holz

14. September 2019

Die Veranstaltung der Grünen im Rathaus Willisau vom Donnerstagabend wollte für die komplexen Zusammenhänge rund um die Bedeutung des Waldes und die Holzwirtschaft sensibilisieren und auf nachhaltige Verwendung von Holz in Firmen der Region aufmerksam machen.

In seinem Referat zur Waldnutzung und Ökologie zeigte der dipl. Forstingenieur und langjährige Mitarbeiter von WSL (Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) Andreas Zingg die Bedeutung des Holzes hochwertiger, vielseitig verwendbarer und weltweit knapper Rohstoff auf. Im Zusammenhang mit der wachsenden Weltbevölkerung sei auch der Holzverbrauch dramatisch angestiegen. Das weltweite Verschwinden des Waldes, meist durch Kahlschlag, sei ein enormes Problem. Es sei ein Machtkampf um den Einfluss grosser Firmen und letztlich ums grosse Geld.

Krise in der Holzwirtschaft Problematisch sei auch die Situation in der Schweiz. In den letzten Jahren sei der Holzpreis bei gestiegenen Löhnen stark gesunken. Da sich der Holzschlag in der Schweiz finanziell kaum mehr lohne, werde ebenso viel billiges Holz importiert wie selber produziert. Oft geschehe dies nach unklaren Qualitätskriterien. Das Ökosystem Wald erleide durch sorgfältige Nutzung keinen Schaden, wohl aber durch Kahlschlag. So hätten die sorgfältige Nutzung auf der einen und der Kahlschlag auf der anderen Seite als die zwei Extreme der Waldwirtschaft bezüglich Ökonomie und Ökologie ungleiche Spiesse.
Lückenlose Deklaration

Nationalrat Michael Töngi Grüne berichtete von den aktuellen Diskussionen im Nationalrat. Im Hinblick auf neue Regeln beim Holz und dessen Erzeugnissen wurden ein paar Artikel im Umweltschutzgesetz abgeändert. Im Wissen um den noch immer weit verbreiteten illegalen Holzschlag müsse neu die Herkunft des Holzes lückenlos deklariert werden. Mit der Waldpolitik 2020 habe sich der Bund neu ausgerichtet. Allerdings löse dich damit die Frage nicht, wie in der Schweiz mehr einheimisches Holz verkauft werden könne.

Gemeinsamer Einsatz gegen Kahlschlag der Karpatenwälder Ausgehend von einem geplanten überdimensionierten Tourismusprojektes und dem damit verbundenen Rodung der wertvollen Karpatenurwälder gib die Ukrainerin Iris del Sol, Koordinatorin der Initiativgruppe Free Svydovets, Einblick in den korrupten Holzhandel in der Ukraine. Es frage sich, wie weit einer der Hauptexporteure von Holz in die EU, die Swiss Krono mit drei Sägereien in der Ukraine, darin verwickelt seien. Gemäss Iris del Sol setzen sich verschiedene internationale NGOs für die Thematik ein, weil die Lokalbevölkerung bedroht werde. Die 23-jährige Studentin wird als Vertreterin des Ostens ihre Anliegen auch am Jugend-Klimagipfel der UNO vom 21. September in New York vorbringen.

Auf die Herkunft des Holzes achten Im zweiten Teil des Anlasses konnten die Anwesenden an neun Tischen mit Vertretern von nachhaltigen Holzfirmen der Region und Organisationen, die sich für den Erhalt und den Schutz der Walder einsetzen, ins Gespräch kommen. Damit wollten die Organisatorinnen bewusst machen, dass der Einzelne die weltweiten Zusammenhänge zwar nicht beeinflussen, regional dennoch gezielt handeln kann. Indem sich die Konsumentinnen und Konsumenten beim Bau eines Hauses, beim Kauf von Spanplatten oder von Möbeln für die Herkunft des Holzes interessieren und sich bewusst für einheimische Produkte entscheiden.
Foto: Die Referenten Andreas Zingg, Iris del Sol und Nationalrat Grüne Michal Töngi mit der eindrücklichen Holzplastik von Hanspeter Hunkeler.

Esther Müller, Co-Präsidentin Grüne Willisau