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Interpellation: Mit Begrünung und Wasser gegen die Hitze

12. September 2019

Marco Müller und Mirjam Landwehr bitten den Stadtrat namens der G/JG-Fraktion mit einer Interpellation um die Beantwortung einiger Fragen im Zusammenhang mit dem Hitzesommer 2019.

Der Sommer ist fast vorbei und mit ihm die grossen Hitzewellen. 2019 war der drittheisseste Sommer seit Messbeginn1 und der dritte Hitzesommer in Folge. In Zukunft wird es gemäss aktuellen Klimaprognosen der ETH noch heisser und die Hitzewellen werden länger dauern.2

In diesem Zusammenhang wird der Stadtrat darum gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
  1. Seit dem Hitze- und Dürresommer 2018 werden in einzelnen Städten Hitzekarten erstellt. Hat auch die Stadt Luzern schon analysiert, welche Plätze oder Quartiere besonders von der Hitze betroffen sind (weil viele Glas- und Betonkonstruktionen unmittelbar an versiegelte Flächen ansetzen)? Wenn nicht, kann sich die Stadt vorstellen, eine solche Analyse vorzunehmen?
  2. Verfolgt der Stadtrat Pläne, in Stadtteilen mit besonders hohen Hitzewerten mittels Schaffung von neuen, kleinen Wasserflächen (z.B. analog dem Wasserspiel vor dem Bundeshaus in Bern, Biotopen, Springbrunnen, Wasserfontänen, Offenlegung Bach etc.) die Aufenthaltsqualität zu verbessern?
  3. Fassadenbegrünungen sind im Trend und werden in Fachkreisen hinsichtlich ihres ökologischen Werts kontrovers diskutiert. Wie steht der Stadtrat dazu?
  4. Sind in der Stadt Luzern durch die öffentliche Hand oder Private innovative Bauprojekte geplant, bei denen begrünte Fassaden, grössere Wasserflächen, intensiv begrünte Dächer oder Dachgärten (explizit als Garten konzipierte, grössere Dachfläche) vorgesehen sind?
  5. Der Pilatusplatz ist ein dicht bebauter, versiegelter, stark frequentierter Ort mit hohen Ozon- und Feinstaubwerten in den Sommermonaten. In welchem Planungsschritt hat der Stadtrat vor, an dieser prädestinierten Lage dafür zu sorgen, dass der geplante Neubau an dieser Stelle punkto klimafreundlicher Architektur neue städtebauliche Massstäbe setzt?
  6. Wie sieht der Bewilligungsprozess in der Stadt Luzern aus bei einem Baugesuch, welches eine begrünte Fassade oder vergleichbare, klimafreundliche Architektur aufweist?
  7. Welche Anreize oder Bestimmungen kann sich der Stadtrat vorstellen, um Investoren und Bauherren dazu zu bringen, lokal kühlende Massnahmen bei Bauprojekten zu realisieren?


1 https://naturwissenschaften.ch/service/news/117217-heisser-sommer-mit-zwei-hitzewellen
2 https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2018/01/bodenreflexion-mindert-hitzewellen.html