Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Aktuell

Anfrage über genügend adäquat ausgebildete Lehrpersonen

9. September 2019

Noëlle Bucher und Mitunterzeichnende erkundigen sich mit einer Anfrage beim Regierungsrat nach den Schwierigkeiten, offene Stellen an den Volksschulen mit adäquat ausgebildeten Lehrpersonen zu besetzen, und einem allfälligen Zusammenhang mit den kantonalen Sparmassnahmen der vergangenen Jahre.

In der Volksschule bekunden Schulleiterinnen und Schulleiter in der ganzen Schweiz Mühe, geeignete Lehrpersonen zu rekrutieren. Oft wird dann auf Zwischenlösungen ausgewichen, beispielsweise indem Stellen von Lehrpersonen auf der Sekundarstufe 1 mit Lehrpersonen mit einem Lehrdiplom für die Primarschule besetzt werden oder anstelle von schulischen Heilpädagoginnen oder Heilpädagogen Fachlehrpersonen als IF-Lehrpersonen eingesetzt werden.

In der Tagesschau vom 7. Juni 2019 stellte Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), unserem Kanton leider kein gutes Zeugnis aus: Im Vergleich zu seinem Nachbarkanton Zug falle es dem Kanton Luzern schwer, Lehrerinnen und Lehrer zu finden. Dies hänge auch mit den tiefen Löhnen der Lehrpersonen und weiteren Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen zusammen. In seiner Antwort auf die Anfrage A 506 von Christine Kaufmann-Wolf über genügend Lehrpersonen für die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Jahr 2018 schreibt der Regierungsrat, dass im Kanton Luzern aktuell kein Lehrermangel bestehe. Doch auch dieses Jahr sind längst nicht alle Stellen besetzt; aktuell sind auf dem Stellenportal des Kantons Luzern 93 offene Stellen für Lehrpersonen (inkl. Fachpersonen der schulischen Dienste und Stellvertretungen) ausgeschrieben (Stand 12. Juli 2019), viele davon per 1. oder 19. August (Start ins Schuljahr 2019/2020).

Vor diesem Hintergrund wird die Regierung gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
  1. Existiert im Kanton Luzern ein Lehrermangel?
  2. In wie viel Prozent der Fälle können Stellen von Lehrpersonen (inkl. schulische Heilpädagoginnen/Heimpädagogen) nicht mit adäquat ausgebildeten Personen besetzt werden?
  3. Was sind die Gründe für die Einstellung von nicht adäquat ausgebildeten und/oder fach- oder stufenfremden Lehrpersonen?
  4. Inwiefern besteht aus Sicht des Regierungsrates ein Zusammenhang zwischen der Schwierigkeit, offene Stellen mit adäquat ausgebildeten Lehrpersonen zu besetzen, und den kantonalen Sparmassnahmen der vergangenen Jahre (u.a. Aussetzung automatischer Stufenanstieg bei den Gehältern der Lehrpersonen, Erhöhung der Unterrichtszeit)?
  5. Inwieweit sieht sich der Regierungsrat gezwungen, die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen zu verbessern, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken?
  6. An welche konkreten Massnahmen denkt der Regierungsrat?
  7. Wie hat sich die Fluktuation bei den Lehrpersonen im Kanton Luzern seit 2014 entwickelt (mit/ohne Fluktuationen innerhalb des Kantons)?