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Postulat über die Biodiversitätsförderung bei kantonseigenen Immobilien und Grundstücken

17. Juni 2019

Fabrizio Misticoni und Mitunterzeichnende fordern den Regierungsrat mit einem Postulat auf, bis Ende 2020 einen Massnahmenplan auszuarbeiten, anhand dessen an kantonseigenen Immobilien und auf kantonseigenen Grundstücken klimaschonende und dem Standort angepasste Bewirtschaftungsformen praktiziert und artenreiche Lebensräume geschaffen werden können.

Der Regierungsrat soll bis Ende 2020 einen Massnahmenplan ausarbeiten, anhand dessen an kantonseigenen Immobilien und auf kantonseigenen Grundstücken klimaschonende und dem Standort angepasste Bewirtschaftungsformen praktiziert und artenreiche Lebensräume geschaffen werden können. Die kantonseigenen Grundstücke, die nicht landwirtschaftlich oder als Sportplätze genutzt werden, sollen naturnah, vielfältig (extensive Blumenwiesen, Ruderalflächen, Wasserflächen, Kleinstrukturen) gestaltet und angepasst gepflegt werden. Der Einsatz von Düngemitteln sowie Bioziden (Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden) soll eingestellt werden. An Gebäuden sollen Nisthilfen angebracht werden. Damit soll der Kanton eine Vorbildfunktion im Themenbereich Siedlungsökologie einnehmen.

Begründung:
Gebäude und Umgebungen in Siedlungen bieten wertvolle Lebensräume. Sind Umgebungen standortgerecht ausgestaltet, gibt es Bäume und an Gebäuden begrünte Flächen sowie Nistmöglichkeiten für verschiedene Tiergruppen. So werden Dörfer und Städte zu sehr artenreichen Lebensräumen, die zudem wichtige Ökosystemleistungen erbringen. Dies führt zu Einsparungen für die öffentliche Hand:
  • Kühleffekt und Befeuchtung der Luft bei hohen Temperaturen durch Verdunstung von Wasser und durch Beschattung,
  • Retentions- und Versickerungsflächen bei Starkniederschlägen,
  • Erholungsräume für Menschen,
  • Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzengruppen (Insekten, Vögel, Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Pilze, Flechten, Moose, Blütenpflanzen) sowie
  • Luftreinhaltung (binden von Staub und Schadstoffen).

Im Nationalfondsprojekt BiodiverCity konnte auch in Luzern gezeigt werden, wie wichtig Siedlungen im Zusammenhang mit einer vielfältigen Flora und Fauna sind und dass sich zurückhaltende, naturnahe Bewirtschaftung sowie eine Vielzahl von Bäumen positiv auf die Anzahl vorhandener Arten und das Wohlbefinden sowie die Gesundheit in der Bevölkerung auswirkt.

Es konnte zudem in anderen Untersuchungen mehrfach aufgezeigt werden, dass naturnahe und standortangepasste Pflanzsysteme im Unterhalt weniger aufwändig und deshalb weniger kostenintensiv sind als herkömmliche Rasenflächen und Rabatten mit saisonaler Bepflanzung. Dies bedeutet langfristige Einsparungen bei den Unterhaltskosten und Einsparungen von Stickstoff und Bioziden.

Naturnahe Umgebungen werden von der Bevölkerung bevorzugt und bieten gerade bei Schulhäusern wichtige Lernorte. Auf die Versorgung mit Dünger und Wasser kann verzichtet werden, da die Pflanzen an den Standort angepasst sind, und die gezielten Pflegeeingriffe reduzieren sich.