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Postulat über ein Moratorium für das Fällen von Hochstammobstbäumen wegen Feuerbrand

17. Juni 2019

Andreas Hofer und Mitunterzeichnende fordern den Regierungsrat mit einem Postulat auf, per 1. Juli 2019 ein Moratorium für die Vollstreckung und Anordnung von Rodungsverfügungen für Hochstammobstbäume, die von Feuerbrand befallen sind, in Kraft zu setzen.

Die Regierung wird aufgefordert, per 1. Juli 2019 ein Moratorium für die Vollstreckung und Anordnung von Rodungsverfügungen für Hochstammobstbäume, die von Feuerbrand befallen sind, in Kraft zu setzen.

Begründung:
Seit mehr als zwanzig Jahren hat sich auch im Kanton Luzern der Feuerbrand flächendeckend festgesetzt. Die Bakterienkrankheit befällt unter anderem Apfel- und Birnbäume. Trotz einschneidender Massnahmen und Fällung hunderter Bäume, darunter auch jahrzehntealte, ökologisch und landschaftlich wertvolle Hochstammobstbäume, ist es nicht gelungen, die Krankheit zu beseitigen. Es setzt sich mehr und mehr die Überzeugung durch, dass befallene Bäume nicht zwingend gefällt werden müssen. Einerseits haben gewisse Bäume eine natürliche Regenerationsfähigkeit und erholen sich nach Befall vollständig, andererseits ist die Ausbreitung der Krankheit von vielen Faktoren abhängig, deren Zusammenspiel nur teilweise verstanden wird. So hat sich auch die Theorie der sogenannten «Streuerbäume» nicht durchwegs bestätigt, da es auch im Umkreis eines kranken Baums durchaus Bäume gibt, die keine Symptome zeigen. Fazit: Die bisherigen Massnahmen haben sich im Bereich der Hochstammobstbäume als nicht zielführend erwiesen, und viele Landwirte haben gelernt, mit der Pflanzenkrankheit Feuerbrand zu leben.

Eine Tilgung der Pflanzenkrankheit ist daher europaweit nicht mehr das Ziel. Dies hat auch den Bundesrat veranlasst, die bisherige Bekämpfungsstrategie aufzugeben und das Pflanzengesundheitsrecht zu revidieren. Am 31. Oktober 2018 verabschiedete der Bundesrat die neue Pflanzengesundheitsverordnung (PGesV, SR 916.20). Sie löst per 1. Januar 2020 die Pflanzenschutzverordnung vom 27. Oktober 2010 (PSV) ab. Feuerbrand wird künftig (mit Ausnahme des bisher feuerbrandfreien Wallis und der Produktion von Vermehrungsmaterial und Pflanzgut zur gewerblichen Verwendung) schweizweit weder melde- noch bekämpfungspflichtig sein. Auf Bundesebene finden noch im Juni 2019 Gespräche statt, wie der Systemwechsel ab 2020 gehandhabt werden soll (Übergangsbestimmungen).

Ein kantonales Moratorium, welches die Vollstreckung bereits angeordneter Rodungen sowie die Anordnung zusätzlicher Rodungen bis auf Weiteres unterbindet, könnte den Erhalt wertvoller Hochstammobstbäume massgeblich unterstützen. Der heute angewandten, von vielen Seiten kritisierten Rodungspraxis sind bereits sehr viele erhaltenswerte Bäume zum Opfer gefallen. Viele Landwirte haben eine persönliche Beziehung zu den oft sehr alten, ökologisch und landschaftlich äusserst wertvollen Bäumen und setzen sich oft mit viel Engagement für den Erhalt ihrer Hochstämmer ein.