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Interpellation: Lohngleichheit: Stand zwei Jahre nach der Unterzeichnung der eidg. Charta

3. Juni 2019

Maria Pilotto namens der SP/JUSO-Fraktion, Noëlle Bucher namens der G/JG-Fraktion und Judith Wyrsch erkundigen sich beim Stadtrat mit einer Interpellation, wie die im September 2016 vom Bund lancierte Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor in der Stadt Luzern konkret umgesetzt wurden.

Der Bund lancierte im September 2016 die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor. Die unterzeichnenden Behörden bekräftigen damit, die Lohngleichheit in ihren Einflussbereichen umzusetzen als Arbeitgebende, bei Ausschreibungen im öffentlichen Beschaffungs- und Subventionswesen. Mittlerweile haben 16 Kantone und 66 Gemeinden unterzeichnet (Stand 8. April 2019), am 10. Juni 2017 auch die Stadt Luzern.

Die Charta verfolgt insbesondere das Ziel, mit dem gemeinsamen Engagement des öffentlichen Sektors auch gegenüber Unternehmen der Privatwirtschaft sowie der Bevölkerung im Allgemeinen ein Zeichen gegen Lohndiskriminierung zu setzen.

Die Unterzeichnenden fragen deshalb den Stadtrat:
  1. Wie wurden die fünf Anliegen der Charta konkret umgesetzt?
    • Sensibilisierung für das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG) bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für die Lohnfestsetzung und Funktionsbewertung, die Rekrutierung, Ausbildung und berufliche Förderung zuständig sind.
    • Regelmässige Überprüfung der Einhaltung der Lohngleichheit in der öffentlichen Verwaltung nach anerkannten Standards.
    • Förderung einer regelmässigen Überprüfung der Einhaltung der Lohngleichheit nach anerkannten Standards in den der öffentlichen Hand nahestehenden Körperschaften.
    • Einhaltung der Lohngleichheit im Rahmen des öffentlichen Beschaffungs- und/oder Subventionswesens durch die Einführung von Kontrollmechanismen.
    • Information über die konkreten Ergebnisse dieses Engagements, insbesondere durch die Teilnahme am Monitoring des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann.
  2. Im Monitoring Lohngleichheit des Bundes 2016-20181 werden für die Stadt Luzern eine Lohndifferenz von 11.2 % und ein unerklärbarer Anteil von 4.3 % ausgewiesen (siehe Tabelle). Wie kommentiert der Stadtrat dieses Ergebnis und welche Massnahmen wurden ergriffen, um insbesondere den relativ hohen unerklärbaren Anteil zu senken?
  3. Welche weiteren Massnahmen sind wann vorgesehen, um die Charta umzusetzen und der gewünschten Funktion als Vorbild gerecht zu werden?
  4. Welche Möglichkeiten sieht der Stadtrat, um künftig noch stärker öffentlich über sein Engagement für Lohngleichheit und die Erfahrungen mit der Charta zu sprechen gerade als Zeichen gegenüber den Stadtluzerner Unternehmen resp. der Gesamtbevölkerung?

1 https://www.ebg.admin.ch/ebg/de/home/themen/arbeit/lohngleichheit/engagement-des-oeffentlichen-sektors/was-tun-bund-kantone-und-gemeinden.html

Tabelle Lohngleichheitsanalysen