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Dringliches Postulat über ein Gesuch für eine nautische Bewilligung in Weggis

14. Mai 2019

Vom 5. bis 7. Juli 2019 findet in Weggis das 87. Rosenfest statt. Ein traditioneller Anlass bei dem jeweils die Rosenkönigin gekürt wird. Doch neben dem Fest sind auch über 600 Flugbewegungen an den Ufern der Seegemeinde geplant. Kantonsrat Andreas Hofer fordert, dass die Bewilligung für den lärmigen und unökologischen «Fly-In» zurückgezogen wird.

Vom 5. bis 7. Juli 2019 findet in Weggis das 87. Rosenfest statt. Ein traditioneller Anlass bei dem jeweils die Rosenkönigin gekürt wird. Gemäss Homepage des Vereins Rosenfest Weggis geniessen zahlreiche Festbesucher von Freitag bis Sonntag verschiedene Konzerte und Darbietungen im Pavillon am See, zirkulieren von «Beizli» zu «Beizli», vergnügen sich am Rosenmarkt oder besuchen das attraktive Kinderprogramm.
Dieses Jahr findet zusätzlich zum traditionellen Festprogramm eine «Fly-In» Veranstaltung des Vereinigung SPAS (Seaplane Pilots Assosiation Switzerland) statt. Die Vereinigung SPAS wurde 1999 zur Förderung der Wasserfliegerei in der Schweiz und im nahen Ausland gegründet und zählt heute 130 Mitglieder.

Wie dem Organisations-, Sicherheits- und Durchführungskonzept zu entnehmen ist, organisiert der Förderverein SPAS jährlich einige «Fly-In» Veranstaltungen an verschiedenen Lokalitäten. Der Anlass in Weggis wird in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und der Organisation des Rosenfestes geplant und durchgeführt.
Den Projektunterlagen ist zu entnehmen, dass pro Tag 100 Landungen und 100 Starts erlaubt sind. Dies bedeutet 600 Flugbewegungen an den drei Festtagen. Die Flugzeiten sind von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 19.00 Uhr erlaubt, wobei Landungen auch während der Mittagszeit erlaubt sind.

Nach Auskunft des BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt) haben die Gemeinde Weggis und der Kanton Luzern die Veranstaltung bewilligt. Das BAZL als finale Bewilligungsbehörde prüft das Gesuch nur auf technische und sicherheitsrelevante Sachverhalte und hat den Anlass ebenfalls bewilligt.

Durch die Durchführung der «Fly-In» Veranstaltung (parallel zum Rosenfest) entsteht für das Rosenfest in Weggis kein Mehrwert. Ganz im Gegenteil. Die Fest- und Konzertbesucher des Rosenfestes werden durch den massiven Fluglärm gestört. Die «Fly-In» Veranstaltung dient einzig der Befriedigung von 130 Mitgliedern der Vereinigung SPAS aus der Schweiz und dem nahen Ausland.

Vor allem ist ein solcher Anlass aber aus ökologischen Gründen abzulehnen. Durch die 600 bewilligten Flugbewegungen wird die Luft massiv verschmutzt und da es sich um Wasserflugzeuge handelt, besteht auch die Gefahr von Wasserverschmutzungen. Es ist im höchsten Mass unsensibel und provokativ eine solche Flugshow durchzuführen, während tausende von Schweizerinnen und Schweizer gegen die Klimaerwärmung demonstrieren, während unsere Gletscher dahinschmelzen, in den Berggebieten der Permafrost auftaut und die Trockenheit auch bei uns immer mehr zum Problem wird.
Der Regierungsrat wird aufgefordert die bereits erteilte Bewilligung für die «Fly-In» Veranstaltung zurückzuziehen, um so ein schönes und traditionelles Rosenfest zu ermöglichen.

Andreas Hofer, Kantonsrat Grüne, Sursee