Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Aktuell

Anfrage über wie stark ist das Grundwasser im Kanton Luzern gefährdet?

25. Februar 2019

Nachdem einem Bericht des bafu zu entnehmen ist, dass das Grundwasser nicht überall so geschützt ist, wie es das Gesetz verlangt, stellen Hannes Koch und Mitunterzeichnende der Regierung mit einer Anfrage eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des Grundwassers im Kanton Luzern.

Das Bundesamt für Umwelt (bafu) schreibt in ihrem Bericht (https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/wasser/fachinformationen/massnahmen-zum-schutz-der-gewaesser/grundwasserschutz/grundwasser-als-trinkwasser.html), dass rund 80 Prozent der Bevölkerung mit Trinkwasser aus Grundwasser versorgt werden. Aus dem Bericht ist zu entnehmen, dass dieses Grundwasser an manchen Orten nicht so geschützt ist, wie es das Gesetz verlangt. Von solchen ungenügenden Schutzzonen betroffen sind zwölf Prozent der Schweizer Bevölkerung.

Im Bericht des bafu wird von schweren Nutzungskonflikten geschrieben, welche die Grundwassernutzung gefährden. Die Gefährdung resultiert aus verschiedenen Einflüssen, wie Strassen, Schienen, Landwirtschaft, Baugewerbe, Wohngebiete, Grundwasserwärmepumpen, Wasserkraft, Bodenversiegelung und natürlich der Klimaveränderung.

Das Grundwasser ist für einen grossen Teil der Bevölkerung die lebensnotwendige Wasserversorgung und muss dementsprechend geschützt sein. Der Schutz des Grundwassers ist in der Gewässerschutzverordnung geregelt (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19983281/index.html). Die Aussage des bafu lässt vermuten, dass die Gewässerschutzverordung nicht flächendeckend angewendet wird.

Da das Wasser das lebensnotwendigste Gut ist, welches die Menschheit nicht selber herstellen kann, sie aber zum Überleben braucht, bitten wir die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:
  1. Wie hoch ist der Anteil Einwohnerinnen und Einwohner welche ihr Trinkwasser aus dem Grundwasser beziehen?
  2. Welche dieser Grundwasserfassungen im Kt. Luzern sind potentiell nach dem Bericht des bafu gefährdet?
  3. Wie hoch wird das Risiko einer Gefährdung eingeschätzt?
  4. Wie hoch ist der Anteil Einwohnerinnen und Einwohner welche von dieser potentiellen Gefahr betroffen sind?
  5. Welche Nutzungen stellen das grösste Konfliktpotential dar?
  6. Was wird unternommen, um das Risiko zu vermindern?
  7. Welche gesetzlichen Vorgaben konnten nicht eingehalten werden?
  8. Warum konnten die Vorgaben nicht eingehalten werden?
  9. Was wird unternommen, damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden können?
  10. Welche Fassungen mussten wegen Umzonungen/Umnutzungen geschlossen werden?
  11. Wie wird die aktuelle Qualität des Grundwassers beurteilt?
  12. Wie ist der Aufwand einer Nachbehandlung einzuschätzen und nimmt dieser zu? Wenn JA, Warum?
  13. Wie sicher ist die Trinkwasserversorgung im Kanton Luzern auf lange Sicht?
Für die Beantwortung der Fragen und allenfalls Umsetzung notwendiger Massnahmen dankt Ihnen die Bevölkerung des Kantons Luzern.