Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2018

Postulat: Bessere Infrastruktur für Menschen auf der Gasse im Winter

Archiv: 15. März 2018

Marco Müller namens der G/JG-Fraktion fordert den Stadtrat mit einem Postulat auf zu prüfen, ob zukünftig den Menschen auf der Gasse auch im Winter täglich zwischen 17 und 20 Uhr eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann, in welcher sie sich an der Wärme aufhalten, eine warme Mahlzeit selber zubereiten oder beziehen, sanitäre Einrichtungen nutzen und soziale Kontakte pflegen können.

In der Stadt Luzern gibt es vielseitige Überlebenshilfe für Menschen, welche obdachlos, verhaltensauffällig, suchtkrank oder psychisch erkrankt oder arm sind: die Vereine Kirchliche Gassenarbeit (GasseChuchi, Schalter 20, Paradiesgässli, Seelsorge, Aufsuchende Sozialarbeit), Jobdach (Obdach, Wohnhuus, Wärchstatt) oder Hôtel Dieu (Treffpunkt Stutzegg), die Angebote DropIn (vom LUKS), Zwitscherbar (Kath. und Ref. Kirche) sowie viele weitere Institutionen. Sie alle bieten für Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft leben, wichtige und wertvolle Unterstützung und Infrastruktur an, welche niederschwellig genutzt werden kann. Die Nachfrage nach dieser Überlebenshilfe ist in Luzern gross.

Obwohl die einzelnen Angebote ziemlich gut aufeinander abgestimmt sind und ein reger Austausch zwischen den privaten Akteuren und der Stadt Luzern gepflegt wird, hat der zu Ende gehende Winter gezeigt, dass es derzeit eine Lücke in der Überlebenshilfe gibt. Zwischen 17 und 20 Uhr gibt es keinen öffentlich nutzbaren Raum in Luzern, in der sich anständige randständige Menschen an der Wärme aufhalten, eine warme Mahlzeit selber zubereiten oder beziehen, sanitäre Einrichtungen nutzen und soziale Kontakte pflegen können. Um 17 Uhr schliesst die GasseChuchi, die Notschlafstelle öffnet in den Wintermonaten erst um 20 Uhr. Es ist bedauerlich, dass obdachlose, sozial benachteiligte und arme Menschen in diesen kalten Abendstunden drei Stunden auf der Gasse (z. B. auf dem Busperron am Bahnhof Luzern) verbringen müssen. Der Vergleich mit andern Städten zeigt, dass diese ihre Angebote so aufeinander abstimmen, dass es für Menschen in Not rund um die Uhr (24 Stunden) ein Angebot gibt, welches sie nutzen können.

Wir fordern den Stadtrat auf zu prüfen, ob zukünftig den Menschen auf der Gasse auch im Winter täglich zwischen 17 und 20 Uhr eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann, in welcher sie sich an der Wärme aufhalten, eine warme Mahlzeit selber zubereiten oder beziehen, sanitäre Einrichtungen nutzen und soziale Kontakte pflegen können. Ein solches ergänzendes, neues Angebot kann von der Stadt selber betrieben werden oder an eine andere Institution delegiert werden. Weil das Angebot nicht nur Menschen aus der Stadt Luzern, sondern auch aus den übrigen Gemeinden zur Verfügung stehen soll, ist der Einbezug des Kantons (via ZiSG) zu prüfen.