Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Interpellation: Förderung von Car-Pooling in der Stadt Luzern

Archiv: 1. Januar 1970

Marco Müller bittet den Stadtrat namens der G/JG-Fraktion mit einer Interpellation um die Beantwortung einiger Fragen im Zusammenhang mit der Förderung von Car-Pooling in der Stadt Luzern.

Auf der Fahrt zur Arbeit zeigt sich oft dasselbe Bild: Die Züge sind voll, die Strassen verstopft. Doch im Pendlerverkehr sitzen im Durchschnitt nur 1,1 Personen pro Fahrzeug. Der Bund hat das Potential erkannt und will Fahrgemeinschaften mit Massnahmen vermehrt fördern. Zusammen mit Akteuren aus der Wirtschaft plant er eine "nationale Car-Pooling-Offensive". Damit soll die Belegung pro Auto in der Stosszeit auf 1,5 Menschen erhöht werden.

Als im Frühling 2017 der Bahnhof Luzern wegen eines entgleisten Zuges mehrere Tage lahmgelegt war, suchten Hunderte via Twitter Fahrer/innen oder Fahrgäste (#MitfahrenLuzern). Durch die grosse mediale Resonanz erlebte das Car-Pooling für kurze Zeit einen richtigen Hype in und um Luzern.

Da in der Stadt Luzern der Strassenraum stark begrenzt ist, macht es Sinn, die bestehende Infrastruktur zukünftig besser zu nutzen. Doch damit Car-Pooling funktioniert, braucht es gezielte Anreize, Sensibilisierungen zum Thema sowie den Einsatz moderner Technologien. In den USA beispielsweise gibt es Car-Pool-Spuren, die nur von Fahrzeugen benutzt werden dürfen, in denen mindestens 2 Personen sitzen.

Vor diesem Hintergrund wird der Stadtrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
  1. Anerkennt der Stadtrat das Potential, welches Car-Pooling für eine nachhaltige städtische Mobilität bietet?
  2. Lässt sich die Förderung von Car-Pooling nach Ansicht des Stadtrates mit der Philosophie von Smart-City teilen?
  3. Sieht der Stadtrat Möglichkeiten, selber oder in Zusammenarbeit mit den K5-Gemeinden respektive dem Kanton Luzern ein Pilotprojekt auszuarbeiten, um Car-Pooling verstärkt zu fördern?
  4. Auf welchen Strassenabschnitten oder Fahrspuren sieht der Stadtrat allenfalls die Möglichkeit, diese exklusiv für Car-Pooling zu reservieren, allenfalls in kombinierter Nutzung mit Bussen, Velos und Taxis?
  5. In welchem Rahmen könnte die Stadt Luzern eine breite Öffentlichkeit auf die Thematik CarPooling aufmerksam machen?
  6. Im kürzlich veröffentlichten "Grundkonzept Parkierung" ist Car-Pooling kein Thema. Welche konkreten Möglichkeiten sieht der Stadtrat, bei der Optimierung und Neugestaltung des Parkierungssystems Anreize zu schaffen, um das Car-Pooling attraktiver zu gestalten?
  7. Verfügt der Stadtrat über Statistiken, die aussagen, wie viele Personen im Durchschnitt in den Fahrzeugen sitzen, welche durch die Stadt Luzern fahren?
  8. Besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Luzerner Start-up Hitchhike, welches eine Plattform für Fahrgemeinschaften betreibt?
  9. Fördert der Stadtrat bei den eigenen Mitarbeitenden derzeit das Car-Pooling?