Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Motion: Quartierarbeit für alle Generationen bedarfsgerecht weiterentwickeln

Archiv: 17. Februar 2017

Sandra Felder-Estermann und Peter Krummenacher sowie Noëlle Bucher namens der G/JG-Fraktion und Judith Dörflinger Muff namens der SP/JUSO-Fraktion fordern den Stadtrat mit einer Motion auf, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die professionelle Quartierarbeit vorausschauend, quartiergerecht und massvoll in Zusammenarbeit mit den bewährten Partnern (Kirche, Quartiervereine und Freiwillige) weiterentwickelt werden kann.

Bereits 2006 hat das Parlament die Kinder-, Jugend- und Familienpolitik in der Stadt Luzern beschlossen, welche den Aufbau einer quartiernahen, offenen Jugendarbeit vorsah. Mit dem Beschluss der Quartier- und Stadtteilpolitik im Herbst 2011 hat das Parlament den Aufbau der Quartierarbeit in allen Stadtteilen in Auftrag gegeben. Diese stellte eine Weiterentwicklung der bereits vorhandenen und bewährten quartiernahen, offenen Jugendarbeit dar.

Das Ziel der Massnahme "Quartierarbeit in allen Stadtteilen" ist die Förderung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und deren Integration ins gesellschaftliche und kulturelle Leben durch Aktivierung, Prävention und Früherfassung. Dagegen hat die Massnahme "Quartierarbeit: Koordinationsfunktion" als Ziel die Koordination und Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Engagements in den Quartieren sowie die Vernetzung mit der städtischen
Verwaltung.

Der Bericht B25/2015 "Evaluation der Quartier- und Stadtteilpolitik" hat gezeigt, dass diese Massnahmen inzwischen in den Quartieren sehr gut etabliert und akzeptiert sind. Die anfängliche Skepsis einzelner Stakeholder konnte abgebaut werden. In vielen Quartieren leistet die Quartierarbeit einen wichtigen subsidiären Beitrag zum Zusammenleben und zur Steigerung der Lebensqualität. Die Ausweitung der Quartierarbeit auf weitere Bevölkerungsgruppen (z. B. ältere Menschen, wie es bereits der Verein Vicino Luzern im Neustadtquartier macht) ist ein grosses Bedürfnis der Quartierplayer.

In einem Workshop im Frühling 2016 wurde gemeinsam mit Quartiervertretern aus verschiedenen Bereichen erarbeitet, welches aus Sicht der Quartierkräfte die wichtigsten Aufgaben sind. Die Auseinandersetzung, wie mit den als Folge von HIG gekürzten Geldern weiterhin wirkungsvolle Quartierarbeit zu leisten ist, war sehr wertvoll. Sie zeigt auf, welches die Hauptbedürfnisse der Quartiere sind und wo optimiert werden kann. Dass dabei die seit 2006 bestehende Kinder- und Jugendarbeit höchste Priorität geniesst, wurde von allen Beteiligten unterstrichen.

Aus Sicht der Motionärinnen und Motionäre ist jetzt, fünf Jahre nach Einführung der Massnahme "Quartierarbeit: Koordinationsfunktion" und unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Evaluation der Quartier- und Stadtteilpolitik, der richtige Zeitpunkt, diese Massnahme angemessen und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dabei soll der Fokus, wie bereits in der Quartier- und Stadtteilpolitik von 2011 festgelegt, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Mobilität liegen, deren Lebensmittelpunkt im Quartier liegt. Ein weiterer Schwerpunkt kann in der subsidiären Unterstützung generationenübergreifender Angebote liegen, die das Zusammenleben der Generationen in den Quartieren stärken.

Wir fordern den Stadtrat auf, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die professionelle Quartierarbeit vorausschauend, quartiergerecht und massvoll in Zusammenarbeit mit den bewährten Partnern (Kirche, Quartiervereine und Freiwillige) weiterentwickelt werden kann. Gleichzeitig bitten wir den Stadtrat aufzuzeigen, welche zusätzlichen Ressourcen notwendig sind, um die Quartierarbeit auf weitere Bevölkerungsschichten auszuweiten.