Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2016

JA-Tabletten, statt Jod-Tabletten Grosse Verteilaktion auf dem Bahnhof- und Helvetiaplatz in Luzern

Archiv: 29. Oktober 2016

Dutzende von engagierten und besorgten Menschen waren am Samstag aktiv und haben Ja-Tabletten an die Bevölkerung verteilt. Der Beipackzettel klärt über die Gefahren der Atomenergie auf und fordert zum Ja-Stimmen am 27. November auf.

Die Aktion stiess auf breites und positives Echo, zeigten sich doch viele Passantinnen und Passanten besorgt vor allem in Bezug auf die Sicherheit. Inzwischen ist allgemein bekannt, dass die Schweiz den ältesten AKW-Park der Welt betreibt, und dass die altersschwachen Reaktoren mit jedem Jahr ein grösseres Sicherheitsrisiko darstellen. Stellvertretend für viele meinte eine Passantin: "Die AKW sollte man möglichst bald abschalten, damit meine Kinder in Sicherheit leben können - unsere nachfolgenden Generationen werden noch genug mit der Entsorgung des radioaktiven Mülls belastet sein". Die ungelöste Endlagerproblematik beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger, die sich fragen, ob ein sicheres Endlager je gefunden wird und sie befürchten hohe Kosten welche die Allgemeinheit bezahlen muss. Man ist sich einig, dass die Förderung der Erneuerbaren Energien noch intensiviert werden soll, und auch bei der Stromeffizienz in Haushalten und Gewerbe sieht man noch ein grosses Potential. Die wenigsten befürchten daher eine Stromlücke wie sie von den Gegnern immer wieder heraufbeschworen wird.

Die Aktion wurde organisiert durch das Luzerner Komitee "Ja zum geordneten Atomausstieg". Die 15 Parteien und Organisationen die dem Komitee angehören werden auch in den nächsten Wochen mit zahlreichen Aktionen präsent sein und sich für ein klares JA am 27. November 2016 einsetzen.


Hier nochmals die wichtigsten Argumente der Befürworter:

  • Die Initiative fordert im Grundsatz eine Energiewende, die auf Einsparungen, Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien basiert.

  • Die Initiative fordert einen klaren Zeitplan für den Atomausstieg mit maximalen Laufzeiten für die Schweizer AKW. Die Energiestrategie 2050 des Bundestrates strebt ebenfalls den Atomausstieg an, legt diesen aber nicht verbindlich fest.

  • Der Betrieb von Atomkraftwerken ist riskant und eine Gefahr für unsere Heimat. Die Endlagerung der radioaktiven Abfälle ist nach wie vor ungelöst, denn weltweit existiert kein sicheres Endlager.

  • In Beznau steht das älteste Atomkraftwerk der Welt, das wegen grosser Sicherheitsmängel zurzeit nicht am Netz ist. Mit seinen 45 Jahres hat es sein Ablaufdatum längst erreicht. Unfälle wie in Fukushima können auch bei uns passieren.

  • Der geordnete Atomausstieg sorgt für Sicherheit und macht die Energiewende konkret und planbar für die Wirtschaft, Bund, Kantone und Gemeinden. Eine Zukunft mit Wasserkraft und neuen Energien sichert Einkommen und Arbeit in der Schweiz.


  • Weitere Informationen finden Sie unter: atomausstieg-luzern