Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2016

Einwohnerrat beschliesst Energievorschriften die überholt sind

Archiv: 5. Juli 2016

Eine Mehrheit aus FDP und SVP hat gegen die Stimmen von Grünen, SP, GLP und CVP jegliche Energievorschriften aus dem Bebauungsplan zum Seetalplatz gestrichen. Ein unverantwortlicher Entscheid für Emmen als Energiestadt. Ein Energiegesetz aus dem letzten Jahrhundert soll nun für eine Bebauung für das nächste Jahrhundert gelten.

Mit dem knappest möglichen Resultat von 20:19 wurden schon in der ersten Lesung sämtlichen Energievorgaben aus dem Text zum Bebauungsplan gestrichen. Grüne und SP haben daher in der Einwohnerratssitzung vom 5. Juli 2017 einen letzten Kompromissvorschlag eingebracht. "Neubauten müssen mindestens dem Minergie P- oder Minergie A-Standard entsprechen oder das Zertifikat eines 2000-Watt-Areals erlangen können." Bauherren sollen also wählen können zwischen Minergie P oder Minergie A oder gleichwertig oder 2000-Watt-Areal. Es wäre also fast alles möglich - ausser Energieverschwendung.

Der Seetalplatz wäre für energetisch fortschrittliche Projekte geradezu ideal: Grosse zusammenhängende Bebauungen, grosser Neubauanteil, zentrale Lage, hervorragende ÖV-Erschliessung etc.

Zum zweiten mal hat der Einwohnerrat Emmen am 5. Juli 2016 mit einer Mehrheit von FDP und CVP gegen Vorgaben im Energiebereich gestimmt.

Geblieben ist nur der absolut sinnlose Verweis auf das kantonale Energiegesetz, welches verglichen mit anderen Kantonen leider immer noch das absolute Minimum vom Minimum vorgibt. Patrick Graf, Einwohnerrat Grüne meint dazu: "Mit dieser Null-Lösung - ich würde sogar sagen «Unter-Null-Lösung» - können wir nicht leben! Es ist eine Schande für Emmen als Energiestadt!"

SP und Grüne haben die Bebauungspläne aufgrund dieser Energievorgaben abgelehnt.