Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2016

Stellungsnahme zur Information Neues Theater Luzern /Salle Modulable

Archiv: 5. April 2016

Die Grünen begrüssen, dass die Öffentlichkeit nun endlich über das geplante Projekt umfassend informiert wurde. In der ganzen Diskussion finden die Grünen es schade, dass der Fokus fast ausschliesslich auf die Standortfrage gelegt wird. Viel wichtiger wäre eine vertiefte, öffentliche Diskussion über die Inhalte.

Die Grünen begrüssen, dass die Öffentlichkeit nun endlich über das geplante Projekt umfassend informiert wurde. In der ganzen Diskussion finden die Grünen es schade, dass der Fokus fast ausschliesslich auf die Standortfrage gelegt wird. Viel wichtiger wäre eine vertiefte, öffentliche Diskussion über die Inhalte. Welches Theater, welche kulturellen Inhalte möchte die Bevölkerung? Die Grünen erinnern an die vor der KKL-Planung erfolgte breite Vernehmlassung über Inhalte und fehlende Kulturräume. Die gesamte Bevölkerung konnte Stellung beziehen, so dass auch ein gemeinsamer Wille zur Umsetzung entstand. Die Grünen hätten sich eine solche vertiefte, allgemeine Diskussion auch bei diesem Projekt gewünscht. Die Diskussion einer neuen Theaterinfrastruktur (NTI) sollte losgelöst von der Standortfrage und der Salle Modulable weiter geführt werden. Dass das bestehende Gebäude längst nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Theaterbetriebes genügt, wird bei einem Blick hinter die Kulissen klar. Vielleicht aber wäre eine Sanierung des bestehenden Gebäudes mit einem Annexbau auch eine Lösung.


Inhalt
Der Inhalt der Salle Modulable wird von drei Stakeholdern bestimmt:
o Internationale Produktionen unter der Führung vom Lucerne Festival.
o Produktionen der Stiftung Luzerner Theater in drei Sparten (Theater, Oper, Tanz).
o Produktionen der freien Theaterszene. Die bis anhin durch die Stiftung Luzerner

Theater geleistete Grundversorgung der Bevölkerung an Performing Arts-Programmen soll beibehalten werden. Eine Auflösung auch einzelner Sparten kommt für die Grünen nicht in Frage. Zu prüfen ist allenfalls eine engere Zusammenarbeit mit anderen traditionellen Stadttheatern wie etwa Bern. Dieses Modell wird beispielsweise von den Städten Biel und Solothurn seit Jahren erfolgreich betrieben.

Luzern braucht für seine kulturelle Identität auch weiterhin ein 3-Sparten-Theater. Die Grünen begrüssen eine gosszügigere Förderung der freien Theaterszene. Zusätzliche Gelder sollen direkt an die Ensembles ausgeschüttet werden. Die Ensembles sollen selbst entscheiden können, ob für sie eine Produktion in der Salle Modulable sinnvoll ist oder nicht. Falls freie Ensembles in der Salle Modulable produzieren wollen, soll diese den Ensembles zu fairen Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Eine Durchmischung der Produktionen von der freien Szene und dem Luzerner Theater wird von den Grünen gewünscht. Internationale Produktionen sollen als Ergänzung des bestehenden Theaterbetriebes das kulturelle Leben der Region Luzern bereichern. Die Eintrittspreise für Produktionen des Luzerner Theaters sollen auch weiterhin für die breite Bevölkerung erschwinglich sein.


Standort
Die Grünen bedauern, dass nicht auch weitere Standorte wie etwa der Kasernenplatz mit in die Evaluation einbezogen wurden. Der Standort Inseli Nord kommt für die Grünen kaum in Frage. Das Inseli soll auch weiterhin als Ganzes eine grüne Oase bleiben. Durch die Aufhebung der Carparkplätze soll der beliebte Erholungsraum der Bevölkerung aufgewertet werden. Die Grünen sind überzeugt, dass von den evaluierten Standorten der Schotterplatz bei der Ufschötti für die Stadtentwicklung klar zu favorisieren ist. Hier könnte mit einem architektonisch gut in das Landschaftsbild eingegliederten Gebäude das Gelände entscheidend aufgewertet werden. Eine Erschliessung durch öffentliche Verkehrsmittel dieses sich lebendig entwickelnden Gebietes ist zu wünschen. Das Gebäude wäre auch auf dem Schotterplatz in nächster Nähe zum Bahnhof und zum KKL, so wie es die Verantwortlichen des Trust fordern.

Finanzierung
Bau:
Dass der Bau 200 Mio. kostet, ist für ein Theater, das allen Ansprüchen genügt, nicht erstaunlich. Die fehlenden Mittel werden wohl grösstenteils von Stadt und Kanton aufgebracht werden müssen. Bei einer Lebensdauer von gut 100 Jahren ist dies unbedenklich. Zudem erhält so die öffentliche Hand ein gewichtigeres Mitspracherecht.

Betrieb:
Die Betriebskosten für internationale Produktionen sollen von den Veranstaltern getragen werden. Für die Grünen kommt eine Quersubventionierung nicht in Frage. Die von der öffentlichen Hand der Stiftung Luzerner Theater zur Verfügung gestellten Mittel sollen weiterhin für deren Produktionen reserviert sein.