Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2015

1'616 Unterschriften gegen Abbau in Bildung und Quartierarbeit

Archiv: 21. Dezember 2015

Bild zu Referendum Voranschlag eingereicht
Bild zu Referendum Voranschlag eingereicht Ein breit abgestütztes Komitee mit VertreterInnen aus 17 verschiedenen Organisationen hat heute 1'616 Unterschriften gegen das Budget 2016 der Stadt Luzern eingereicht. Das Referendumskomi-tee verlangt, dass auf die drei Massnahmen im Bereich Bildung und Quartierarbeit verzichtet wird. Die Bevölkerung kann nun am 28. Februar 2016 über den Voranschlag 2016 befinden.

Verzicht auf Massnahmen finanziell problemlos möglich
Ein Verzicht auf die Abbaumassnahmen bei der Integrativen Förderung, Deutsch als Zweitsprache und Quar-tierarbeit ist problemlos möglich. Laut pessimistischen Prognosen des Stadtrates beträgt der Fehlbetrag in den kommenden Jahren jeweils knapp 10 Millionen Franken. Die vom Stadtrat vorgeschlagenen Massnahmen hin-gegen sehen einen Abbau im Umfang von 14 Millionen Franken vor. Der Stadtrat ist massiv über das Ziel hin-ausgeschossen, er will auf Vorrat bei unseren Kindern sparen. Die Stadt Luzern rechnet für das laufende Jahr mit einem Einnahmenüberschuss von rund 8 Millionen - budgetiert waren knapp 800'000 Franken. Das Refe-rendumskomitee fühlt sich darum bestätigt, dass die Stadt ohne jede Notwendigkeit bewährte Leistungen abbaut.

Integrative Förderung
Die Integrative Förderung (IF) für Kinder mit Lernschwierigkeiten, besonderen Begabungen und Verhaltens-schwierigkeiten soll gemäss Sparpaket auf ein Minimum reduziert werden. Dies betrifft alle Kinder einer Klas-se. Gerade in der Stadt Luzern ist der Unterschied der Kinder in Bezug auf ihre Kultur, ihre Sprache und ihre persönlichen Fähigkeiten sehr gross. Darum ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler im Klassenver-band integrativ gefördert werden können. Eine Reduktion der IF-Lektionen führt dazu, dass die einzelnen Kin-der durch die Lehrpersonen nicht genügend unterstützt werden können.

Deutsch als Zweitsprache
Zusätzlich zu IF will der Stadtrat auch die Lektionen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) reduzieren. Der DaZ-Unterricht hat das Ziel, die Integration von fremdsprachigen Kindern und Jugendlichen zu fördern. Mit einem Abbau dieses Deutsch-Unterrichtes und die damit verbundene Vergrösserung der Lerngruppen werden Schüler und Schlülerinnen mit einem Migrationshintergrund benachteiligt. Dabei ist es erwiesen, dass gute Sprach-kenntnisse das A und O einer gelingenden Integration sind. Schlechte Deutschkenntnisse erschweren bei-spielsweise die Lehrstellensuche massiv. Dadurch steigt die Gefahr, dass die Kinder später unnötigerweise auf Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen sind.

Quartierarbeit
In den letzten Jahren hat die Stadt Luzern die Quartierarbeit flächendeckend aufgebaut. In einer Evaluation ist der Stadtrat zum Schluss gekommen, dass die in die Quartierarbeit gesetzten Ziele erreicht wurden und die Arbeit sowohl von den Quartierkräften wie der Bevölkerung sehr geschätzt wird. Trotzdem will der Stadtrat die


Quartierarbeit nun bereits wieder abbauen und die Zahl der Standorte von sieben auf sechs reduzieren. Damit würde das Angebot ausgedünnt und gleichzeitig wären neue Strukturen notwendig.


Das Referendums-Komitee besteht aus:
Marco Müller (Präsident Grüne), Simon Roth (Grossstadtrat SP), Urs Häner (Co-Präsident Verein Sentitreff), Andreas Bänziger und Beata Pedrazzini (Co-Präsidium Verein Zusammen leben Maihof-Löwenplatz), Orpheo Carcano (Co-Präsident IG Industriestrasse), Urs Cattani (Präsident Quartierverein Langensand-Tribschen), Ali R. Celik (Grossstadtrat Grüne), Rachel Gaudenz (Elternrat Primarschule Moosmatt), Judith Kronenberg (Vor-stand Verein Spieltraum), Felix Kuhn (Vorstand AsylNetz), Runa Mathys (Vorstand AvenirSocial Sektion Zent-ralschweiz), Eylem Demirci (Vorstand Second@s), Laurin Murer (Grossstadtrat Junge Grüne), Yannick Gauch (Vorstand Juso), Claudio Soldati (Präsident SP), Martin Wyss (Geschäftsstellenleiter VPOD), Giorgio Pardini (Präsident LGB), ElternmitWirkung Würzenbach und Büttenen, Jugendarbeit Region Luzern