Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2015

Motion über eine Strategieerarbeitung Anpassung Klimawandel

Archiv: 1. Dezember 2015

Monique Frey beauftragt den Regierungsrat namens der Grünen- und der SP-Fraktion in einer Motion, eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten. Dafür sollen klimabedingte Risiken und Chancen für den Kanton Luzern sektorenübergreifend analysiert und daraus Massnahmen abgeleitet werden. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind zu beziffern. Ein spezielles Augenmerk ist auf den Wassermangel und die Hitzeereignisse zu legen.

Klimaveränderungen sind auch in Luzern angekommen. Die Extremereignisse wie Starkregen, Trockenheit und Hitze häufen sich. Dies hat enorme Auswirkungen auf unsere Natur, uns Menschen und damit auch auf die Ökonomie. Die Auswirkungen der Klimaveränderungen kosten die Welt bereits heute Milliarden. Auch der Kanton Luzern muss sich auf diese Veränderungen vorbereiten. Nur mit einer guten Vorbereitung werden wir nicht total überrascht von den zu erwarteten volkswirtschaftlichen Kosten.

Auf die Anfrage A 529 von Katharina Meile hat der Regierungsrat ausführlich darauf hingewiesen, dass er das Problem erkannt hat. Doch in den von ihm in der Beantwortung aufgeführten Planungsberichten und Botschaften geht es vornehmlich um Hochwasserereignisse. Der einzige Planungsbericht zu Naturgefahren umfasst Wasserbauvorhaben inklusive Massnahmen gegen Murgang sowie die Massnahmen gegen Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch.

Das ist völlig ungenügend. Gerade in diesem Jahr waren wir im Sommer wieder konfrontiert mit langanhaltenden Hitzetagen und Trockenheit. Die Hitze hat zu vielen zusätzlichen Hospitalisierungen geführt. Die Hitze hat aber auch unsere Infrastruktur stark gefordert. Und die Trockenheit hat auch Mitte November noch kein Ende gefunden. Es wird in diesem Jahr kaum genügend Regen fallen, um das Manko der vergangenen Monate auszugleichen. An verschiedenen Orten müssen mit Zisternenwagen die Menschen und Tiere mit Wasser versorgt werden. In welchen Gebieten wird dies zunehmen? Was hat das langfristig für Auswirkungen auf die Qualität und Quantität von Quellen und damit von unserer Trinkwasserversorgung? Wem wird in einem wenig Wasser führenden Gewässer Priorität eingeräumt: das Wasser im Flusskraftwerk für die Stromproduktion nutzen oder eine Restwassermenge für den Erhalt des Fischbestandes und weitere Fauna und Flora des Fliessgewässers garantieren?
Diese Fragen sind heute noch nicht beantwortet.

Die Erkenntnisse der Klimaforschung zeigen, dass man auch mit Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel aktiv werden muss. Der Bund hat seine Strategie in zwei Berichten dargelegt. Diese sind jedoch noch sehr rudimentär. Im Aargau und anderen Regionen wurden deshalb Fallstudien erarbeitet, um die Grundlagen für Umsetzung und Weiterentwicklung der Anpassungsstrategien zu erhalten. Dank einer systematischen Vorgehensweise ist es möglich, die wichtigsten Risiken und Chancen des Klimawandels zu identifizieren und weitgehend zu beziffern. Daraus können Schwerpunkte für konkrete Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel abgeleitet werden. Mit einer vorausschauenden Planung ist es möglich, Chancen zu nutzen und Risiken zu reduzieren.

Was im Aargau gemacht wurde, soll nun auch für den Kanton Luzern erarbeitet werden und in eine kantonale Strategie zur Anpassung an den Klimawandel eingearbeitet werden.