Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2015

Bevölkerungsantrag lanciert: Kein Sparen auf Kosten unserer Kinder!

Archiv: 9. September 2015

Ein breit abgestütztes Komitee mit Vertretern aus Schule, Elternschaft, Quartiervereinen, Jugendarbeit und der Grünen Partei haben am Dienstagabend, 8. September 2015, einen Dringlichen Bevölkerungsantrag lanciert. Sie fordern, auf drei Massnahmen aus dem Sparprogramm zu verzichten.

Der Unmut in einer breiten Bevölkerung war gross, als der Stadtrat am vergangenen Donnerstag die geplanten Sparmassnahmen im Rahmen des Projektes "Haushalt im Gleichgewicht" präsentiert hat. Insbesonders der geplante Leistungsabbau im Bereich der Bildung und auf Kosten der Kinder stiess in verschiedenen Kreisen rasch auf Widerstand. Innert kürzester Zeit hat sich darum ein Komitee gebildet, welches sich mittels eines Dringlichen Bevölkerungsantrages gegen drei der geplanten Sparmassnahmen zur Wehr setzt:

Integrative Förderung

Die Integrative Förderung (IF) für Kinder mit Lernschwierigkeiten, besonderen Begabungen und Verhaltensschwierigkeiten soll gemäss Sparpaket (Massnahme-Nr. 32) auf ein Minimum reduziert werden. Dies betrifft alle Kinder, und die Auswirkungen sind enorm. Gerade in der Stadt Luzern ist der Unterschied der Kinder in Bezug auf ihre Kultur, ihre Sprache und ihre persönlichen Fähigkeiten sehr gross. Darum ist es wichtig, dass die Schüler/innen im Klassenverband integrativ gefördert werden können. Eine Reduktion der IF-Lektionen führt dazu, dass viele Kinder durch die Lehrpersonen nicht genügend unterstützt werden können. Die damit entstehenden, mittelfristigen Probleme sind vorprogrammiert.

Deutsch als Zweisprache

Gemäss Massname-Nr. 15 will der Stadtrat die Lektionen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) reduzieren. Der DaZ-Unterricht hat das Ziel, die Integration von fremdsprachigen Kindern und Jugendlichen zu fördern. Mit einem Abbau dieses Deutsch-Unterrichtes und die damit verbundene Vergrösserung der Lerngruppen benachteiligt Schüler mit einem Migrationshintergrund. Dabei ist es erwiesen, dass gute Sprachkenntnisse das A und O einer gelingenden Integration sind. Bei schlechten Deutschkenntnissen finden die Kinder später keine Lehrstelle, sie sind arbeitslos und landen in der Sozialhilfe. Diese Sparmassnahme ist darum kurzsichtig und kommt die Stadt später teuer zu stehen.

Quartierarbeit

Vor einem Jahr hat die Stadt Luzern die Quartierarbeit erweitert. Im Quartier Tribschen / Langensand / Schönbühl wurde ein neuer Standort eröffnet. Seit kurzem ist die Quartierarbeit mit einem Büro im Wartegg-Schulhaus präsent und leistet wertvolle Aufbauarbeit. Bereits sind tolle Projekte und eine gute Zusammenarbeit mit der Schule, dem Quartierverein, der Kirche und weiteren Akteuren entstanden. Nach so kurzer Zeit wieder den Stecker zu ziehen und diesen Standort aufzugeben (Massnahe-Nr. 3), ist unsinnig. Auch ist es unrealistisch, zukünftig mit massiv weniger Stellenprozenten für alle Kinder und Quartierbewohner der Stadt da zu sein.

Am falschen Ort gespart

Das breit abgestützte Komitee vertritt dezidiert die Haltung, dass die Stadt Luzern kurzsichtig und falsch agiert, wenn in der Bildung, bei den Kindern und somit der eigenen Zukunft gespart wird. Die verschiedenen Akteure haben sich darum an einer Sitzung am Dienstag, 8. September 2015, darin geeinigt, die Massnahmen Nr. 3, 15 und 32 aus dem Sparpaket "Haushalt im Gleichwicht" mit allen Mitteln zu bekämpfen.

200 Unterschriften bis am Montag

Damit der Dringliche Bevökerungsantrag im Stadtparlament zusammen mit dem gesamten Sparpaket behandelt werden kann, werden bis am kommenden Montag, 14. September 2015, 200 Unterschriften benötigt. Dazu Marco Müller, Mit-Initiator des Bevölkerungsantrages, und gleichzeitig auch Präsident der städtischen Grünen: "Unser Komitee, bestehend aus ganz unterschiedlichen Akteuren, hat innert zweier Tage einen Bevölkerungsantrag aus dem Boden gestampft. Mit der grossen Unterstützung, die ich von allen Seiten spüre, werden wir es auf jeden Fall schaffen, die benötigen 200 Unterschriften bis am Montagmorgen zu sammeln. Damit wollen wir verhindern, dass die Stadt auf dem Buckel unserer Kinder spart."

zum Unterschriftenbogen

Das Komitee besteht aus:

Luzia Bachmann, Elternrat Primarschule Wartegg
Urs Cattani, Präsident Quartierverein Langensand-Tribschen
Jeremias Duss, Primarlehrer
Janine Felder, Primarlehrerin
Rachel Gaudenz, Elternrat Primarschule Moosmatt
Urs Häner, Co-Präsident Verein Sentitreff
Judith Kronenberg-Kalbermatten, Schulsozialarbeiterin Primarschule Moosmatt
Josef Moser, Präsident Quartierverein Wächter am Gütsch
Marco Müller, Präsident Grüne Stadt Luzern
Anna Paydar, Vorstand JARL Jugendarbeit Region Luzern