Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2014

Referendum gegen Verkauf Mattenhof

Archiv: 13. Januar 2014

Im heute veröffentlichten Bericht und Antrag empfiehlt der Stadtrat dem Parlament den Verkauf der Parzelle Mattenhof I ins Kriens. Die städtischen Grünen lehnen einen Verkauf klar ab und fordern die Abgabe im Baurecht. Sollte das Parlament tatsächlich dem Verkauf zustimmen, ergreifen die Grünen das Referendum. Damit kann die Stadtbevölkerung an der Urne über die Vergabe des Grundstückes entscheiden.

Heute hat der Stadtrat den Bericht und Antrag zu Handen des Grossstadtrates veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Regierung dem Parlament empfiehlt, die gut 4'000 m2 grosse Parzelle Mattenhof I zu einem Preis von Fr. 800./m2 an die Mobimo AG zu verkaufen. Diese will dort einen Gebäudekomplex mit überwiegend Büro- und Dienstleistungsräumen realisieren. Aus drei Gründen sind die stadtluzerner Grünen klar gegen diesen Verkauf:

Viel zu tiefer Preis
Marco Müller, Präsident der Grünen Luzerns, hält fest: «Wir Grüne sind grundsätzlich gegen Landverkäufe, die Abgabe im Baurecht ist längerfristig viel attraktiver.» Der grösste Widerstand hat jedoch mit dem angebotenen Preis von Fr. 800./m2 zu tun, und zwar in doppelter Hinsicht. Erstens werden für vergleichbare Flächen weit über Fr. 1'000./m2 geboten. Zweitens hat das Krienser Parlament den Mattenhof im September 2013 in der neuen Zonenordnung von einer Arbeitszone in eine Zentrumszone umgewandelt. Dies ermöglicht eine viel höhere Ausnutzung, so darf bis 21 resp. 45 Meter hoch gebaut werden, und ab 4 Metern Fassadenhöhe ist überall Wohnraum möglich. Damit hat das Grundstück massiv an Wert gewonnen, und bei diesen geänderten Rahmenbedingungen sind die Fr. 800./m2 erstrecht viel zu tief angesetzt.

Strategisch wichtiges Grundstück
In seiner Einschätzung kommt der Stadtrat zum Schluss, dass der Mattenhof I strategisch unwichtig sei und darum der Verkauf gegenüber einer Abgabe im Baurecht zu bevorzugen sei. Diese Einschätzung können die Grünen überhaupt nicht nachvollziehen. Luzern Süd ist einer der beiden Entwicklungsschwerpunkte der Stadtregion. Hinzu kommt, dass der Mattenhof direkt an der Grenze zwischen Luzern, Kriens und Horw liegt und mit der S-Bahn sowie der geplanten Langsamverkehrsachse auf dem Trassee der stillgelegten Brüniglinie ideal erschlossen ist. In Luzern Süd entsteht ein neues Stadtzentrum. Die Stadt Luzern muss ihren Einfluss für die zukünftige Planung wahren können. Als Grundeigentümerin ist sie besser eingebunden als «nur» als Gemeindeanrainerin. «Wie der Stadtrat unter diesen Umständen zum Entschluss kommt, der Mattenhof habe strategisch keine Priorität, ist mir ein grosses Rätsel», so Müller.

Nicht überzeugendes Projekt
Das von der Mobimo geplante Projekt im Mattenhof vermag die Grünen auch aus der Perspektive der Stadtentwicklung nicht zu überzeugen. Die geplante Nutzung mit Büros, Hotel, Kino und Fitnesscenter wird übermässig viel motorisierten Verkehr produzieren. Dies führt im Mattenhof zwangsläufig zu einem Verkehrschaos. Obwohl sich dessen alle beteiligten bewusst sind, ist keine Lösung zu diesem Problem vorhanden. Die städtischen Grünen wünschen sich im Mattenhof darum ein Leuchtturmprojekt, dass in Sachen Innovation und Ökologie städtebaulich neue Massstäbe setzt. Dazu Marco Müller: «Der Mattenhof ist prädestiniert dafür, eine autofreie, 2000 Watt konforme und gemeinnützige Wohnsiedlung zu erstellen.» Dies würde aus grüner Sicht das Gebiet Mattenhof/Schlund massiv aufwerten.