Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2013

Postulat über eine Wirtschaftsplattform zum Klimaschutz

Archiv: 9. Dezember 2013

Heidi Rebsamen bittet den Regierungsrat namens der Grünen-Fraktion in einem Postulat vom 9. Dezember 2013, zu prüfen, gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden aus Luzern eine Wirtschaftsplattform für klimagerechtes und nachhaltiges Wirtschaften aufzubauen, welche dem Austausch sowie der Informations- und Wissensvermittlung dienen und zu konkreten Klimaschutzmassnahmen führen soll.

Der Regierungsrat prüft die Möglichkeit, gemeinsam mit Unternehmen und Ver bänden aus Luzern eine Wirtschaftsplattform für klimagerechtes und nachhaltiges Wirtschaften aufzubauen. Diese soll dem Austausch, der Informations- und Wissensvermittlung dienen und zu konkreten Klimaschutzmassnahmen führen, ähnlich wie dies in Stadt und Region Bern durch die Klimaplattform der Wirtschaft geschieht.

Der Bericht soll darüber Rechenschaft geben,
  • wie sich der Bedarf präsentiert,
  • welche Fragen zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz für die Unternehmen zentral sind,
  • wie eine gemeinsame Plattform gebildet werden könnte,
  • ob eine regionale Zusammenarbeit möglich wäre, zum Beispiel via die Energiestädte,
  • welche Mittel dazu sinnvollerweise eingesetzt werden sollten.

Begründung:
Der Kanton Luzern verfügt über eine vielfältige Wirtschaftsstruktur, welche sowohl im Produktions- wie auch im Dienstleistungssektor internationale Ausstrahlung hat. Zudem ist der Kanton Luzern seit langem Standort einer technischen Fachhochschule, welche speziell im Energiebereich und in der Gebäudetechnologie führend ist.

Leider gibt es im Kanton Luzern bis heute nur wenige Unternehmen, welche für vorbildliches umwelt- und klimaschonendes Wirtschaften bekannt sind. Dabei erweist es sich immer klarer, dass nachhaltig aufgestellte Betriebe auf lange Sicht wettbewerbsfähiger sind.

In anderen Städten und Regionen hat sich gezeigt, dass hier Netzwerke und Plattformen eine wichtige Funktion haben. Durch gegenseitigen Austausch, Vermittlung von guten Beispielen und Präsentation erzielter Erfolge fühlen sich viele Betriebe angespornt, mitzuziehen.

Die Klimaplattform der Wirtschaft in Bern zeigt dies eindrücklich (www.klimaplattform.ch), haben doch die 53 Mitglieder im 2011 gemeinsam über 10 000 Tonnen CO2 eingespart.

Die Energiepolitik eines Kantons hat auch mit Wirtschaftsförderung zu tun. Die Themen Energieeffizienz, Energieversorgung, Sanierungsquote usw. widerspiegeln Wachstumspotenziale. Eine fortschrittliche Energiegesetzgebung hilft, den Markt für diese regionalvolkswirtschaftlichen Potenziale tatsächlich zu erschliessen.

Nach der Ablehnung des Energiegesetzes wurde auch bekannt, dass KMU aus Zürich und Bern auf den Luzerner Markt drängen. In diesen beiden Kantonen sind die Begriffe «Minergie-P-ECO» oder «GEAK» in der Planungs- und Baubranche verbreitet. Es werden dazu auch viele Aus- und Weiterbildungen angeboten und besucht, da dieser Standard nicht nur von den beiden Kantonen bei eigenen Bauten umgesetzt, sondern speziell über den GEAK auch bei Privaten eingefordert wird. Weiter wird der Nachweis «elektrische Energie» nach SIA 380/4 in Luzern nicht verlangt: Deshalb gibt es im Kanton Luzern nur wenige Planer, welche in diesem Bereich Erfahrungen haben. Deshalb nehmen Bauherren, welche im Kanton Luzern nach Minergie-P planen, Planer aus dem Kanton Bern oder Zürich.