Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2013

Anfrage über die Strategie Gymnasium 2020

Archiv: 9. Dezember 2013

Monique Frey möchte namens der Grünen-Fraktion in einer Anfrage vom 9. Dezember 2013 vom Regierungsrat wissen, wie es um die 2009 beschlossene Strategie Gymnasium 2020 steht und wo vermehrte Impulse gegeben werden müssen, um die Strategie umzusetzen.

Im 2009 wurde die Strategie Gymnasium 2020 von der Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der Schulkommissionen gutgeheissen. Uns ist es wichtig, dass diese Strategie als Grundlage für die weitere Entwicklung der Gymnasien dient. Mit dieser Strategie sind Akzente in der mittel- bis langfristigen Politik im Bereich der Gymnasialbildung gesetzt worden. Das Gymnasium ist für etwa 20 Prozent eines Geburtenjahrgangs die attraktivste Vollzeitschule und schafft über die Qualität der Ausbildung ausgezeichnete Grundlagen, damit die Absolventinnen und Absolventen unter rasch ändernden Bedingungen ihr Leben selbstbestimmt und in Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gestalten können. Das Gymnasium bietet den effizientesten Weg zum universitären Hochschulstudium.

Deshalb möchten wir wissen: wo diese Strategie steht und wo vermehrte Impulse gegeben werden müssen, um die Strategie umzusetzen:
  1. Wie wurde oder wird eine Stärkung der naturwissenschaftlichen Fächer, insbesondere der Mathematik und Informatik, und der Erstsprache erreicht?
  2. Wie wurde oder kann die ganzheitliche Bildung weiter gestärkt werden. Werden die handwerklichen und kreativen Fächer genügend gefördert? Wird die nachhaltige Entwicklung, welche Fachthemen vernetzt und sie nach ökologischen und sozialen Aspekten untersucht und damit den Schülerinnen und Schüler einen ganzheitlichen Blick auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt ermöglicht, in den Fachbereichslehrplänen mitberücksichtigt?
  3. Angestrebt ist ein Anteil an Kurzzeitgymnasiasten von 40 Prozent. Wie sieht es heute in städtischen und ländlichen Gebieten aus? Müssen Massnahmen eingeleitet werden, um das Kurzzeitgymnasium weiter zu stärken?
  4. Das Bildungssystem ist in den vergangenen Jahrzehnten zwar durchlässiger geworden. Konnte die Chancengerechtigkeit für Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus bildungsfernen Familien auch beim Übertritt ins (Langzeit-) Gymnasium gestärkt werden?
  5. Sind folgende Ziele erreicht worden:
    • an jedem Standort ein angemessen breites Angebot von Schwerpunkt- und Ergänzungsfächern,
    • ein Bildungsniveau im obersten Viertel der Schweizer Kantone,
    • weiterhin eine überdurchschnittlich hohe Übertrittsquote an die universitären Hochschulen und hohe Abschlussquoten,
    • eine hohe Übertrittsquote an die pädagogischen Hochschulen und eine hohe Abschlussquote.
  6. Inwiefern konnte das zentrale Entwicklungsfeld der Schweizer Gymnasien der nahen Zukunft in der Unterrichtsentwicklung und im Qualitätsmanagement weiterentwickelt werden?
  7. Wann wird «Potenzial Gymnasium» evaluiert?
  8. Wie bewähren sich die in den Schulen flächendeckend eingeführten Q-Gruppen (Qualitätsgruppen)? Ist diese Zusammenarbeit im Team für die einzelne Lehrperson ressourcenschonender, bereichert es die tägliche Arbeit an der Schule und macht diese attraktiver? Konnten die Unterrichtsteams professionalisiert und weiterentwickelt werden?
  9. Wie konnte die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Bezugsgruppen, den Zubringerschulen, also der Volksschule, sowie den Abnehmerschulen, also in erster Linie den Universitäten, gefördert werden? Wurden die Treffpunkte zwischen Mittelschul- und Hochschullehrern eingerichtet? Wurde das Projekt «Early Bird» erfolgreich umgesetzt?
  10. Hat sich das Gotte/Götti-System für die neueintretenden Schülerinnen und Schüler bewährt, um einen raschen Übergang und ein gutes Einleben in die Kantonsschule zu ermöglichen?
  11. Sind die Lehrpläne und Lehrmittel aufeinander abgestimmt, um einen kohärenten Übergang sowohl von der Primarschule ins Langzeitgymnasium als auch von der Sekundarstufe ins Kurzzeitgymnasium sicherzustellen?
  12. Gibt es Auswirkungen, seit die Sekundarstufe I von vier auf vorwiegend zwei Niveauzüge reduziert wurde?
  13. Wie wurde die Konkurrenzfähigkeit des Kantons Luzern bei der Rekrutierung der Lehrpersonen gestärkt?