Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2013

Postulat über die Reduktion des Beschäftigungsgrades nach der Geburt oder einer Adoption

Archiv: 5. November 2013

Heidi Rebsamen bittet den Regierungsrat namens der Grünen- und der SP-Fraktion sowie Samuel Odermatt (GLP) in einem Postulat vom 5. November 2013, die Personalverordnung dahingehend zu verändern, dass Kantonsangestellte in den ersten zwölf Monaten nach einer Geburt oder Adoption das Recht auf Reduktion des Beschäftigungsgrades um 20 % verfügen.

Der Regierungsrat wird gebeten, eine Änderung der Personalverordnung mit folgendem Wortlaut zu prüfen:
  • Die Eltern haben ab der Geburt ihres Kindes oder nach der Adoption eines Kindes Anspruch auf eine Reduktion des Beschäftigungsgrads um höchstens 20 Prozent. Der Beschäftigungsgrad darf dabei nicht unter 60 Prozent fallen.
  • Der Anspruch auf Reduktion des Beschäftigungsgrads ist innerhalb von 12 Monaten nach der Geburt oder der Adoption geltend zu machen.
Begründung:
Die Geburt oder Adoption eines Kindes ist für ein Paar eine einschneidende Lebens erfahrung. Dem heutigen Zeitgeist entsprechend wollen immer mehr Frauen und Männer die Erziehungsverantwortung teilen und dabei weiterhin im Arbeitsprozess bleiben. Viele Väter und Mütter wollen zum Beispiel einen Tag in der Woche die Betreuung des Kindes übernehmen und wünschen deshalb eine Reduktion des Arbeitspensums um 20 Prozent.

Seit 1. Juli 2013 gelten oben geschilderte Grundsätze in der Bundespersonalverordnung. Der Bund kann sich einmal mehr als fortschrittlicher und familienfreundlicher Arbeitgeber positionieren. Der Handlungsbedarf für Massnahmen, die auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinzielen, ist eine mittlerweile anerkannte und breit abgestützte politische Erkenntnis.

Auch der Kanton Luzern muss das Image des attraktiven Arbeitgebers stärken und ein Vorbild für die Privatwirtschaft abgeben. Dies ist auch wichtig, um gute Arbeitskräfte zu halten und weitere hervorragende Mitarbeitende zu gewinnen.

Angesichts der düsteren Aussichten hinsichtlich der Luzerner Finanzen, welche eine kontinuierliche Anpassung der Löhne erschweren, kommt deshalb eine nicht-monetäre Lohnnebenleistung in Form des Vorschlages gelegen.

Mit der vorgeschlagenen Regelung trägt der Kanton Luzern zudem zur Steigerung des Wertes und des Engagements von Männern als Väter bei.