Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2012

Dringliche Anfrage über eine Wakeboard-Anlage in Ruswil

Archiv: 6. September 2012

Andreas Hofer möchte namens der Grünen-Fraktion in einer dringlichen Anfrage vom 6. September 2012 vom Regierungsrat wissen, welche Auswirkungen auf die Umwelt eine Wakeboard-Anlage in Ruswil hätte und ob sich daraus nicht ein Widerspruch ergibt mit dem Wunsch, vermehrt Kulturland zu schützen.

Seit langem ist in Ruswil geplant, eine Wakeboard-Anlage auf einem künstlichen See zu erstellen. Laut Presseberichte (NLZ vom 5. September 2012) benötigt diese Anlage 3.3 Hektaren bestes Kulturland. Ebenso war der Presse zu entnehmen (NLZ vom 4. September 2012), dass der Kanton Luzern das beste, ackerfähige Kulturland besser schützen will. Der Regierungsrat Robert Küng wird in der NLZ mit folgender Aussage zitiert: «Wir wollen auch 2030 über Reserven verfügen, die wertvollen Ackerböden also langfristig sichern.»

Nach einer ersten Vorprüfung durch das Rawi, wurde das Projekt zur Überarbeitung an die Gemeinde Ruswil mit der Auflage, die wegfallenden Fruchtfolgeflächen zu kompensieren, zurückgewiesen. Nach Aussage des Initianten hat er nach Kompensationsflächen gesucht und sei auch fündig geworden. Aber auch mit diesem Landabtausch bleibt die Tatsache bestehen, dass bestes Kulturland überbaut wird und die Fruchtfolgefläche im Kanton Luzern abnimmt.

Aus dem Widerspruch bestes Kulturland schützen zu wollen und gleichzeitig eine Wakeboard-Anlage auf bestem Kulturland zu bewilligen, ergeben sich folgende Fragen:

  1. Wie viel Kulturland wird für die gesamte Anlage (künstlicher See, Zuschauerbereich, Infrastruktur, Parkplätze und Zufahrtswege) benötigt?
  2. Wie viele Parkplätze würden erstellt und mit welchem Verkehrsaufkommen wäre zu rechnen?
  3. Wie wird der künstliche See mit Wasser gespiesen und wie wird das Schmutzwasser gereinigt, respektive in den natürlichen Kreislauf zurück geleitet?
  4. Nicht nur die Wakeboard-Anlage, sondern vor allem auch die geplante Bar und der zusätzliche Verkehr würden massiv Lärm verursachen. Mit welchen Lärmemissionen wäre zu rechnen und wie soll die Bevölkerung von dieser Lärmbelästigung geschützt werden?
  5. Ist die Regierung der Meinung, dass eine Wakeboard-Anlage einem erheblichen öffentlichen Interesse entspricht?
  6. Der Entwicklungsträger Region West hat bereits 20 000 Franken an dieses Projekt beigesteuert. Mit welcher nachhaltigen Wertschöpfung für die Region West rechnet der Kanton Luzern?