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Keine Sommerpause in der Fluglärmthematik und «Schicksalspoker um Militärflugplätze»

Archiv: 18. August 2012

Ali Celik und Stefanie Wyss namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion, Luzia Mumenthaler und Theres Vinatzer namens der SP/JUSO-Fraktion, Andrs Özvegyi namens der Grünliberalen-Fraktion sowie Andrea Mathys-Imhof und Verena Zellweger-Heggli (beide CVP) bitten den Stadtrat in einer Interpellation vom 18. August 2012 um Auskunft bezüglich der künftigen Mehrbelastung der Luzerner Bevölkerung mit Fluglärm vom Flugplatz Emmen.

Das Postulat «Dem Fluglärm Grenzen setzen!» wurde im Stadtrat Luzern am 14. Juni 2012 vollständig überwiesen. Aufgrund des militärischen Fluglärms rund um den Flugplatz Emmen wurde im Juli 2012 die Schmerzgrenze überschritten. Bald schon droht das ganze Jahr über Fluglärm wie im Juli. Die NLZ berichtete am 28. Juni 2012 mit dem Titel «Schicksalspoker um Militärflugplätze», dass die Armee voraussichtlich zwei Militärflugplätze (Dübendorf und Sion) schliessen wird. Gleichzeitig droht dem Flugplatz Buochs das endgültige Aus.

Die bisher ab diesen Flugplätzen erfolgten Flugbewegungen sollen umverteilt werden (fast 8000 ab Sion). Das VBS kündigt die Stationierung einer Gripen-Staffel in Emmen an. Das würde heissen, dass in Emmen das ganze Jahr über Fluglärm wie im Juli herrschen würde. So müsste Emmen und die umliegenden Ortschaften mehr Lärm ertragen, obwohl auf keinem der Militärflugplätze mehr Menschen durch den Fluglärm betroffen sind als in Emmen.

Verschiedene Kreise wehren sich bereits gegen den Fluglärm bzw. gegen die Ausweitung der Flugplätze:

  • Die Stadt Dübendorf wehrt sich gegen die Ausweitung des Flugplatzes und möchte das weitläufige Land anders nützen. Der Flugbetrieb soll 2014 eingestellt werden. Stattdessen soll ein Innovationspark neue Arbeitsplätze schaffen (NLZ, 28. Juli 2012).
  • Wegen des Fluglärms droht die «Biosphäre Entlebuch» der Schweizer Luftwaffe mit Schadenersatzklagen. Trainingsflüge mit PC21 sollen keinen Platz mehr haben (NLZ, 26. Juli 2012).
  • Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE) fordert den Regierungsrat des Kantons Luzern und die betroffenen Gemeindebehörden auf, sich frühzeitig gegen das oben beschriebene Szenario zur Wehr zu setzen. Die Petition des SFE, die innerhalb von fünf Wochen von fast 6‘000 Personen unterzeichnet worden ist, hat neben der Verlängerung der Sommerflugpause auch eine Begrenzung des Fluglärms gefordert (Medienmitteilung vom 29. Juli 2012)

Die InterpellantInnen bitten um Aufklärung:
  1. Wie beurteilt der Stadtrat die Informationen des VBS, dass Flugplatzschliessungen zu mehr Flugbewegungen auf den anderen Flugplätzen führen?
  2. Was bedeutet dies in Bezug auf die Flugbewegungen in Emmen und der vereinbarten Sommerpause aus Lärmschutzgründen?
  3. Ist der Stadtratmit den umliegenden Gemeinden, dem Regierungsrat und dem VBSwegen der Mehrbelastung bereits im Gespräch?
  4. Falls nicht, will der Stadtrat mit dem VBS Kontakt aufnehmen, umsichgegenmehr Flugbewegungen in Emmen einzusetzen und um die BewohnerInnen der Stadt und der umliegenden Gemeinden gegen mehr Fluglärm zu schützen?