Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2012

Rückbau des Zentralbahntrassee: Wann kommt die Langsamverkehrsachse?

Archiv: 15. April 2012

Christian Hochstrasser und Monika Senn Berger namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion sowie Dominik Durrer, Andreas Wüest und Melanie Setz namens der SP/JUSO-Fraktion bitten den Stadtrat in einer Interpellation vom 15. April 2012 um Auskunft zum Rückbau des Zentralbahntrassees und zur Planung der Langsamverkehrsachse Luzern Süd.

Die Zentralbahn informierte vor einigen Wochen, dass Mitte November 2012 der letzte Zug über den Abschnitt Steghof ‐ Moosmatt ‐ Allmend fährt und die Bahnanlagen anschliessend rückgebaut werden. Die Stadt Luzern informierte bereits vor mehreren Jahren das erste Mal über die geplante Langsamverkehrsachse auf dem ehemaligen Zentralbahntrassee. Aktuelle Informationen lassen aber Fragen zum Zeitplan, zu den Gesamtauswirkungen und zu den Kosten offen.

Der Nutzen der Tieflegung Zentralbahn ist unbestritten, insbesondere die Lärmbelastung und die Wartezeiten aller Verkehrsteilnehmenden können deutlich verringert werden. Die Bahn und ihre Übergänge haben aber auch einige positive Aspekte. Nicht zuletzt dadurch erfuhr das Quartier eine Entschleunigung und eine Verkehrsberuhigung (zum Beispiel auf der Horwerstrasse). Die Verkehrssituation im Quartier wird sich mit der Tieflegung grundlegend ändern. Es stellen sich Fragen zum zukünftigen Verkehrsfluss und möglichem ungewollten Schleichverkehr zum Beispiel auf der Eichwald-, Moosmatt- oder Bireggstrasse nach dem Wegfall der bahntechnischen Hindernisse.

Die attraktive Veloverbindung von Luzern Süd bis hin zum See ist ein Meilenstein und Vorbildprojekt in der Entwicklung der Stadt Luzern. Es ist wichtig, dass dieses Projekt einerseits nicht auf die lange Bank geschoben wird (z.B. aus finanzpolitischen Gründen) und andererseits möglichst keine zeitliche Lücke zwischen Rückbau und Erstellung der Langsamverkehrsachse besteht.

Wir danken dem Stadtrat für die Beantwortung der folgenden Fragen:
  1. Was geschieht unmittelbar nach der letzten Benützung der Gleise durch die Zentralbahn im November 2012 und dem anschliessenden Rückbau mit dem Trassee und den heutigen Übergängen?
  2. Wann ist der Beginn der Arbeiten für die Erstellung der Langsamverkehrsachse auf dem heutigen Trassee geplant?
  3. Bis wann kann damit gerechnet werden, dass das gesamte Konzept inkl. Übergänge fertig gestellt und wie geplant in Betrieb genommen werden kann?
  4. Sind bei einer allfälligen Verzögerung des Baustarts Mehrkosten zu befürchten?
  5. Wie plant die Stadt Luzern die Verkehrsführung in der Zeit zwischen Rückbau und Fertigstellung der Langsamverkehrsachse?
  6. Wie ist die Verkehrsführung, insbesondere die Vortrittsregelung nach der Fertigstellung an den heute bestehenden Bahnübergängen geplant?
  7. Wie kann in der Zwischenphase und nach der Fertigstellung der Langsamverkehrs-Achse sichergestellt werden, dass weder einer Raserstrecke auf der hindernisfreien Horwerstrasse entsteht, noch zunehmender Schleichverkehr auf den Quartierstrassen zu befürchten ist?
  8. Steht der Stadtrat mit weiteren betroffenen Partnern in Gesprächen um Kostenbeteiligungen zu verhandeln (zum Beispiel Gemeinden Kriens und Horw, Kanton oder Private, welche von der Langsamverkehrsachse profitieren werden)?