Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2012

Postulat für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 nachts

Archiv: 19. März 2012

Stefanie Wyss namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion und Nico van der Heiden namens der SP-/JUSO-Fraktion bitten den Stadtrat in einem Postulat vom 19. März 2012, im Rahmen des Gesamtverkehrskonzeptes neben der Ausweitung von Tempo 30-Zonen auch die generelle Einführung von Tempo 30 nachts zu prüfen.

Darf's ein bisschen ruhiger sein?
Bis im Jahre 2018 müssen Kantone und Gemeinden den Strassenlärm soweit in den Griff bekommen, dass er unter dem Immissionsgrenzwert der eidgenössischen Lärmschutzverordnung zu liegen kommt. In der Stadt Zürich befasst sich bereits jetzt eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie dieses Ziel erreicht werden kann (Tagesanzeiger Online vom 14.10.2011: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Nachts-Tempo-30-in-ganz-Zuerich/story/10554220).

Lärm belastet und belästigt viele Menschen. Lärm kann verschiedene Ursachen haben, jedoch ist in Städten der motorisierte Individualverkehr der grösste Lärmverursacher. Lärm wird sehr unterschiedlich wahrgenommen: Während er tagsüber kaum oder nur wenig stört, kann er nachts zur grossen Belastung für die städtischen Bewohnerinnen und Bewohner werden. Lärmimmissionen nachts können zu physischen und psychischen Problemen führen.

Es sind jedoch nicht sämtliche Stadtbewohnerinnen und ‐bewohner gleichermassen betroffen von Lärm. Jene, welche an Hauptverkehrsachsen wohnen und/oder jene, deren Häuser schlecht schallisoliert sind, sind überdurchschnittlich betroffen. Viele Massnahmen zur Senkung von Lärmimmissionen durch den Strassenverkehr sind relativ teuer (zum Beispiel der Einbau von Schallschutzfenstern oder die Erstellung von Lärmschutzwänden).

Eine sehr kostengünstige Massnahme wäre die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf allen Strassen der Stadt Luzern. Dies würde zu einer Reduktion der Lärmbelastung um 2-3 Dezibel führen; dies entspricht einer wahrgenommenen Halbierung des Lärms. Die momentan in Zürich geprüfte Idee würde gemäss dem dortigen Projektleiter (siehe Tages-Anzeiger-Online-Artikel oben) die Reisezeit für MIV-Benutzerinnen und ‐Benutzer nicht wesentlich verlängern und das Gewerbe wäre nur marginal tangiert. Zu prüfen wäre der Einfluss auf die Reisezeit im öffentlichen Verkehr (Bus). Selbstverständlich könnte eine solche Massnahme nicht alleine, sondern nur in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Luzern umgesetzt werden.