Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2012

Raumbedarf für Aktivitäten und Projekte im Quartier

Archiv: 9. Februar 2012

Luzia Mumenthaler-Stofer, René Meier Schwager und Nina Laky namens der SP-/JUSO-Fraktion und Monika Senn Berger namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion möchten in einer Interpellation vom 9. Februar 2012 vom Stadtrat wissen, wie vermehrt Platz für die Aktivitäten des Quartierlebens geschaffen und Synergien mit der katholischen Kirche genutzt werden können.

Im September 2011 wurde im Parlament der Bericht und Antrag 12/2011 vom 13. Juli 2011: «Quartier- und Stadtteilpolitik» verabschiedet. Der Stadtrat legt grossen Wert auf die Stärkung der Quartiere, was bei den Quartiervereinen sehr gut ankommt und auch wahrgenommen wird. Diese begrüssen auch die Ressourcen im Rahmen der Stellenprozente, welche die Stadt für dieses Projekt zur Verfügung stellt. Dabei kam bei der Zukunftswerkstatt, die der Quartierverein Reussbühl im letzten Herbst organisiert hat, die Frage auf, wie und wo die Quartierkräfte und die QuartierarbeiterInnen der Stadt ihre Arbeit in den neuen Gebieten ausführen können. Es fehlt in den Quartieren an geeigneten Mehrzweckräumen, die als Begegnungsstätten für alle Generationen auch genützt werden können. In der Zukunftswerkstatt kamen zahlreiche Ideen und Anliegen zur Sprache, für deren Umsetzung es unbedingt geeignete Räume braucht. Eine Möglichkeit zur Schaffung einer entsprechenden Infrastruk tur bietet hier der geplante Um- oder Neubau des Pfarreizentrums Obermättli in Reussbühl. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Quartier- und Jugendarbeit braucht es auch eine Anlaufstelle vor Ort. Mit den im B+A erwähnten Fr. 20'000.‐ jährlichen Sachaufwand können lediglich Büroräumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Damit ein lebendiges Quartier mit attraktiven Aktivitäten entstehen kann, werden aber auch räumliche Ressourcen für die Umsetzung der Projekte und Ideen benötigt.

Um die Kosten möglichst tief zu halten, müssten Stadt, Kirche und Quartiervereine, die alle ein sehr grosses Interesse an einer guten Quartierarbeit haben, eng zusammenarbeiten. Die Katholische Kirche Luzern ihrerseits hat im November 2010 ein Konzept zur Quartier- und Stadtteilpolitik verabschiedet. Darin bietet sie an, vorhandene räumliche Ressourcen noch verstärkt für Quartierarbeit zur Verfügung zu stellen und mit den städtischen und zivilgesellschaftlichen Kräften zusammenzuarbeiten. Und dort, wo sie über keine geeigneten Liegenschaften verfügt, ist die Katholische Kirche Luzern bereit, als Partnerin mitzuwirken. Zurzeit sind verschiedene Umbauten von Pfarreizentren geplant, die neben Quartieraktivitäten auch für Kulturanlässe mit regionaler Ausstrahlung genutzt werden sollen (St. Josef Maihof, St. Johannes, Lukaskirche usw.).

Wir bitten deshalb den Stadtrat um die Beantwortung folgender Fragen:
  1. Welche Möglichkeiten zieht der Stadtrat in Erwägung, um die für die Quartierarbeit benötigten Räume bereitzustellen ‐ neben jenen der Kirchen und Quartiervereine?
  2. Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Quartiervereinen und den Kirchgemeinden auf Stadtgebiet (Katholische Kirchgemeinde Luzern, Reussbühl, Littau, Reformierte Kirche) sieht der Stadtrat, um die benötigten Begegnungsräume und gegebenenfalls Quartierbüros kostengünstig einzurichten?
  3. Wann und in welcher Form wird auf das Angebot der Katholischen Kirche Luzern zur gemeinsamen Nutzung von räumlicher Infrastruktur eingegangen? In welcher Form beteiligt sich die Stadt an der Umsetzung der entstehenden Kultur- und Quartierzentren der Kirchen?
  4. Ist für den Um- oder Neubau des Pfarreizentrums Obermättli in Reussbühl eine Kooperation der Stadt mit der katholischen Kirchgemeinde geplant?