Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2011

Postulat über die langfristige Vollversorgung der kantonalen Verwaltung mit Ökostrom

Archiv: 10. November 2011

Heidi Rebsamen ersucht namens der Grünen-Fraktion den Regierungsrat in einem Postulat vom 10. November 2011, spätestens ab 2015 50 Prozent und ab 2020 100 Prozent des Strombedarfs der kantonalen Verwaltung nachweislich aus erneuerbaren Energien zu decken.

Verschiedene lokale Stromversorger der Schweiz, beispielsweise IWB in Basel und EWZ in Zürich, gehen konsequent den Weg hin zu erneuerbaren Energien. Selbst für Stromversorger dieses Kalibers ist dies heute eine realisierbare Option.

Als Grossbezüger kann der Kanton wesentlich mehr mithelfen, die Produktion durch Nachfragesteigerung in die erwünschte nachhaltige Richtung zu lenken als die Kleinbezügerinnen und -bezüger. Mit dem Bezug von Ökostrom nimmt der Kanton zudem seine Vorbildfunktion wahr und hilft mit, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch auf dem Kantonsgebiet bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Allenfalls dürfte es für den Kanton auch möglich sein, mit den Lieferanten ein individuelles Produkt auszuhandeln und zu erhalten.

Die zu erwarteten Mehrkosten durch höhere Bezugspreise können einerseits durch rationelleren Energieeinsatz und Energieeinsparungen kompensiert werden. Andererseits sinken die Gestehungskosten für erneuerbare Energien schneller als prognostiziert. Experten erwarten, dass in den nächsten 2 bis 6 Jahren Grid-Parity erreicht wird. Grid-Parity bezeichnet den Zeitpunkt, wenn die Produktionskosten von Photovoltaik-Modulen so tief sind, dass die Gestehungskosten des Solarstroms unter die aktuell am Markt verlangten Preise sinken. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) senken ihren Aufpreis für Naturstrom solar ab 1. Januar 2012 um rund 40 Prozent auf 45 Rappen pro Kilowattstunde. Es sind auch bereits Photovoltaik-Zellen erhältlich, welche die Kilowattstunde Strom für 30 Rappen produzieren.