Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2011

Zweitwohnungsbau in Luzern

Archiv: 19. September 2011

Marcel Budmiger und Dominik Durrer namens der SP-/JUSO-Fraktion und Monika Senn Berger und Stefanie Wyss namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion möchten in einer Interpellation vom 19. September 2011 vom Stadtrat gerne verschiedene Informationen zum Zweitwohnungsbau in Luzern wissen.

Die Entwicklung des Zweitwohnungsbaus in der Schweiz ist aus raumplanerischer Sicht unhaltbar. Neben dem Verschleiss der knappen Bodenressourcen sind Zweitwohnungen oft blosse Spekulationsobjekte, was letztlich zu höheren Mieten für alle führt. Mit der zunehmenden Umnutzung städtischer Hotelbetten in Wohneigentum besteht ‐ neben dem touristischen Schaden ‐ die Gefahr blosser Zweitwohnungsnutzung. Dies, obwohl Zweitwohnungen im Vergleich zu Hotels bloss etwa einen Viertel der Wertschöpfung erbringen.

Angesichts des offensichtlichen Mangels an günstigem Wohnraum ist es unhaltbar, dass ein Zehntel des Schweizer Wohnungsbestands (12% im Jahr 2000) Zweitwohnungen sind. Für Familien, den Mittelstand und untere Einkommensklassen wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung in der Stadt Luzern oder den Agglomerationsgemeinden zu finden.

Der Stadtrat wird deshalb gebeten, folgende Fragen im Zusammenhang mit Zweitwohnungsbau in Luzern zu beantworten:
  1. Wie gross ist der Anteil an Zweitwohnungen am Gesamtwohnungsbestand in der Stadt Luzern?
  2. In welchem Rahmen bewegt sich für den Stadtrat ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Erst-und Zweitwohnungen?
  3. Mit welchen Massnahmen kann ein solch ausgeglichenes Verhältnis auch in Zukunft erreicht bzw. garantiert werden?
  4. Auf welche Art und Weise werden die Zweitwohnungen genutzt (Spekulationsobjekte, Leerstand, Zwischenvermietung etc.)?
  5. Mit welchen Massnahmen kann die Auslastung bestehender Zweitwohnungen in der Stadt Luzern verbessert werden?
  6. In welchem Verhältnis stehen in- und ausländische Besitzer der Zweitwohnungen?
  7. Welche steuerlichen Auswirkungen hat die Nutzung als Zweitwohnung?
  8. Wie hoch schätzt der Stadtrat die negativen Auswirkungen der Zweitwohnungen auf die Luzerner Mietpreise?
  9. Wie gross ist der Anteil an Zweitwohnungen mit vorgängiger Hotelnutzung?