Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2010

Neue Voraussetzungen zur Fanarbeit ‐ die Stadt Luzern kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Archiv: 23. November 2010

Philipp Federer fordert namens der Grünen-/Jungen Grünen-Fraktion den Stadtrat in einem dringlichen Postulat vom 23. November 2010 auf, auf den Sparbeitrag bei der Fanarbeit bis zur Garantierung der Gemeindezahlungen zu verzichten, um die Wirkung der Fanarbeit Luzern längerfristig zu sichern.

Auf Einladung von Sportminister Bundesrat Ueli Maurer versammelten sich am 2. September 2010 Vertreter von Sportverbänden, Bund, Kantonen, Städten und von Fanarbeit Schweiz (FaCH) zum achten Runden Tisch gegen Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen. Sie verabschiedeten das «Rahmenkonzept Fanarbeit in der Schweiz» als Arbeitsgrundlage und Finanzierungsempfehlung für sämtliche Massnahmen im Bereich der präventiven Fanarbeit. Dieses Rahmenkonzept gilt für alle Super League Clubs.

Seit Sommer 2007 ist die Fanarbeit Luzern installiert. In dieser Zeit konnte sich die Fanarbeit als wichtiger Ansprech- und Vermittlungspartner im Umfeld des FC Luzern etablieren. Die Fanarbeit Luzern hat in ihrem Wirken wesentlichen Anteil an der verbesserten Situation im Umfeld der Spiele des FC Luzern. Sie schafft den schwierigen Spagat als Vermittlungspartner zwischen Fans, Verein, Polizei, Sicherheit, Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit. Durch die geplanten Beitragskürzungen der Stadt Luzern, ist die Weiterführung dieses erfolgreichen Präventionsprojektes gefährdet.

Erfolge der Fanarbeit:

  • Evaluation: In den ausführlichen jährlichen Evaluationen geht klar hervor, dass alle Ansprechpartner der Fanarbeit von deren Arbeit und Wirkung überzeugt sind.
  • Gewaltvorfälle und Ausschreitungen im Umfeld von Spielen des FC Luzern sind merklich zurückgegangen.
  • Die Situation auf den Extrazügen des FC Luzern ist vorbildlich. Die Extrazüge des FC Luzern wiesen im letzen Jahr am wenigsten Schäden aller Super League Clubs auf.
  • Die Kommunikation zwischen Fans und Verein wurde institutionalisiert.
  • Die Fanarbeit Luzern lancierte mehrere Projekte, die national hohes Ansehen geniessen und von einigen Clubs übernommen wurden (z.B. Ragazzi Lucerna, Gelbe Karte, Littering auf Extrazügen)

Die weitere Beteiligung der Stadt Luzern ist notwendig:

  • Das Finanzierungsmodell: Im «Rahmenkonzept Fanarbeit in der Schweiz» des runden Tisches von Bundesrat Ueli Maurer «Gegen Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen» wird das bestehende Finanzierungsmodell (1/3 Klub, 1/3 Stadt und 1/3 Kanton) als ideale Struktur anerkannt und vorgeschlagen.
  • Sicherheitsbericht der Stadt Luzern: Als künftige Herausforderung wurde u.a. die Gewalt rund um Sportveranstaltungen herausgehoben. Die Fanarbeit Luzern spielt in der Reduktion dieses Phänomens eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Reduktion der finanziellen Mittel für die Fanarbeit Luzern steht dazu in einem krassen Widerspruch.
  • Grosser Substanzverlust: 2009 zahlten Klub, Stadt und Kanton je 65'000.- für das Projekt. Zukünftig reduziert die Stadt ihren Aufwand entgegen der erwähnten Empfehlung auf 20'000.- Franken. Es ist verständlich, dass die Stadt eine Beteiligung weiterer Gemeinden wünscht. Der Vorstand der Fanarbeit Luzern hat dazu u. a. alle Gemeinden des Kantons Luzern um finanzielle Unterstützung gebeten. Der Rücklauf war bescheiden. Zudem erteilten zahlreiche angeschriebene Stiftungen eine Absage. Insgesamt konnten nur 8500.- generiert werden, mehrheitlich Einmalzahlungen. Diese wiegen den Ausfall von 45'000.- bei weitem nicht auf. Es stellt sich die Frage, wie die Gemeinden in die Pflicht genommen werden? Was empfiehlt der Stadtrat falls die Gemeinden dieser Pflicht weiterhin nicht nachkommen?

Um die Wirkung der Fanarbeit Luzern längerfristig zu sichern, ist momentan die weitere finanzielle Unterstützung der Stadt Luzern zwingend. Auf den Sparbeitrag bei der Fanarbeit soll bis zur Garantierung der Gemeindezahlungen verzichtet werden.