Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2010

Postulat über die Bestandesaufnahme, Analyse, Bewirtschaftung und Prüfung allfälliger Erweiterung von Angeboten der beruflichen und sozialen Integration für BezügerInnen von wirtschaftlichen Leistungen der Sozialhilfe

Archiv: 9. November 2010

Christina Reusser fordert namens der Fraktion der Grünen den Regierungsrat in einem Postulat vom 9. November 2010 auf, eine Bestandesaufnahme und Analyse von Angeboten der beruflichen und sozialen Integration für Bezüger und Bezügerinnen von wirtschaftlichen Leistungen der Sozialhilfe zu erstellen, die Betreibung eines Informationssystems zur Bewirtschaftung der Massnahmenplätze sowie mögliche Versorgungslücken und Massnahmen dagegen zu prüfen.

Im Verlauf der letzten Jahre sind in jeder Stadt und Region eine Vielfalt von Programmen zur beruflichen und sozialen Integration entstanden. Die Übersicht ist schwierig, viele Programme sind ausserhalb eines engen Perimeters kaum bekannt, und der Vergleich der Angebote ist mangels einheitlichen Terminologien nur über ausführliche Auswertung deren Konzepte möglich. Die fehlende Übersicht führt dazu, dass weder die passende Belegung der angebotenen Plätze noch die Zuweisung von Klienten und Klientinnen in geeignete Programme gewährleistet sind.

Nach Annahme der Teilrevision der Arbeitslosenversicherung werden in Zukunft mehr Personen, nach teilweise sehr kurzer Zeit der Erwerbslosigkeit, keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen der Arbeitslosenversicherung mehr haben. Diesen Personen bleibt früher oder später nichts anderes übrig, als Leistungen der wirtschaftlichen Sozialhilfe zu beziehen. Um diesen Personen zu einer raschen Wiedereingliederung zu verhelfen, ist es von zentraler Bedeutung, dass die regionalen Arbeitsvermittlungszentren und die Sozialarbeitenden in den Sozialdiensten einen guten und raschen Überblick über die vorhandenen Angebote der beruflichen und
sozialen Integration haben.

Wir ersuchen daher den Regierungsrat,

  • ein kantonales Inventar der Programme zur beruflichen und sozialen Integration
    zu erstellen,
  • dieses Inventar auf der Basis eines nationalen Kriterienkatalogs darzustellen
    beziehungsweise zu strukturieren,
  • ein Informationssystem zur Bewirtschaftung der Massnahmenplätze zu betreiben,
  • mögliche Versorgungslücken aufzuzeigen und Bemühungen zur Schliessung dieser
    Lücken vorzunehmen.