Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2010

Udelboden verbindet - Quartierarbeit aktiv fördern

Archiv: 31. März 2010

Interpellation von Nina Laky namens der SP/JUSO-Fraktion und Stefanie Wyss namens der G/JG-Fraktion

Durch die Fusionierung verloren die beiden Quartiere Udelboden und Stollberg ihre Randposition in den jeweiligen Gemeinden Luzern und Littau. Diese Quartiere sind weit mehr als nur die Auto AG Koch, wie die Dokumentarfilmer Ruedi Leuthold und Beat Bieri in ihrem Film «Neue Heimat Lindenstrasse» aus dem Jahre 2007 eindrücklich aufgezeigt haben. Der Dokumentarfilm über das Gebiet Fluhmühle fand grosse Resonanz und wurde mit dem renommierten «CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt» ausgezeichnet.

In der Lindenstrasse (Fluhmühle) fanden vor Jahrzehnten die ersten Zuwanderinnen und Zuwander ein Zuhause. Heute wohnen in diesem Quartier Menschen aus mehr als 22 Nationen; Kriegsflüchtlinge aus Südosteuropa und aus Sri Lanka, Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus Afrika, Migrantinnen und Migranten aus Spanien und Italien sowie Schweizerinnen und Schweizer.

Mit der Fusion Luzern/Littau werden diese Quartiere umso wichtiger. Diese Quartiere verbindet die Stadt Luzern mit Reussbühl, Littau und mit Emmen. Da eine Fusion nicht nur auf dem Papier funktionieren kann, ist es nun wichtig, die Schlüsselquartiere Udelboden und Stollberg aktiv zu fördern. Der Quartierverein BabeL, der die Basel- und die Bernstrasse betreut, leistet seit Jahren herausragende Arbeit, die dieses Jahr sogar mit dem Schweizer Ethikpreis ausgezeichnet worden ist. Auch das aktuelle Quartier-Entwicklungsprojekt Quartierbüro Fluhmühle ‐ initiiert von der HSLU ‐ zeigt, dass eine grosse Nachfrage nach Angeboten in Quartieren besteht.

Von dieser wertvollen Arbeit sollen auch die Quartiere Stollberg und Udelboden profitieren können. Eine Vernachlässigung dieser sehr wichtigen und fruchtbaren Stadtteile darf nicht stattfinden.

Die SP/JUSO-Fraktion und die G/JG-Fraktion bitten darum den Stadtrat, folgende Fragen zu beantworten:
  1. Was hat die Stadt Luzern mit den Verbindungsquartieren Udelboden und Stollberg im Vorfeld hinsichtlich der Fusion geplant?
  2. Wie steht der Stadtrat einem Einbezug dieser Quartiere in den Quartierverein BabeL entgegen?
  3. Was hält der Stadtrat von einer Neugründung eines Quartiervereins Udelboden/Stollberg nach dem Vorbild BabeL?
  4. Für wie wichtig hält der Stadtrat die Arbeit der Quartiervereine vor Ort und inwiefern ist er gewillt, diese Angebote anzupassen und auszubauen?