Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2010

Dringliches Postulat: Mittagstisch Angebot für die Oberstufe

Archiv: 22. März 2010

Dringliches Postulat von Edith Lanfranconi-Laube und Agatha Fausch Wespe namens der G/JG-Fraktion, Theres Vinatzer und Luzia Mumenthaler namens der SP-Fraktion sowie Verena Zellweger

Bei den Angeboten für Mittagstische muss die Sek.I-Stufe noch zurückstehen. Wann es dieses Angebot geben wird ist noch offen (siehe NLZ vom 10. März). Bereits der B+A 42/2003 Pilotprojekte Familienergänzende Kinderbetreuung Bereich Schulalter stellt fest, dass
  • ...im Moment kein geeignetes Betreuungsangebot für die Sekundarstufe I besteht
  • Mit dem Begriff «Schülercafé» wird eine Betreuungsstruktur aufgezeigt, wie «dem Herumhängen der Jugendlichen in der Mittagszeit entgegengewirkt soll.» Das Pilotprojekt, das im OZ Tribschen umgesetzt werden sollte, wurde mit jährlichen Kosten von 70'000 Franken veranschlagt.
Im B+A 34/06 Kinder-, Jugend- und Familienpolitik steht zu diesem Thema:
  • "Auch ist das Angebot an Mittagstischen oder Schülercafés für Lernende der Oberstufe in der weiteren Planung zu berücksichtigen."
Zwei Jahre später wurde im B+A 1/08 Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung in der Stadt Luzern Folgendes festgehalten:
  • Für Lernende der 7./8./9. Klasse sollen Mittagstische bereitgestellt werden, die von einer Lehrperson oder einer/einem Schulsozialarbeitenden in der Rolle einer Ansprechperson begleitet werden.
  • Die mit Schule+Betreuung geplanten Schülercafés für Schülerinnen und Schüler der vier Sekundarstufenzentren I sollen nach Bedarf realisiert werden. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten, da diese schon in der bisherigen Planung eingerechnet wurden.
Diese Projekte wurden nie umgesetzt. Das soll nun mit einer zeitgemässen Neukonzeptionierung und mittels einer bedarfsgerechten rollenden Planung rasch angepasst werden. Viele Schülerinnen und Schüler gehen am Mittag nicht nach Hause, unter anderem auch weil es der enge Stundenplan nicht zulässt. Sie verpflegen sich irgendwo und irgendwie.

Der Kanton hat Mitte März umfassende Massnahmen zur Reduktion von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen angekündigt, darunter auch den Znüni-Märt, der für eine ausgewogene Pausenverpflegung sorgt. Mindestens so wichtig ist auch die Mittagsverpflegung. Wenn diese aus billigen Fast-Food Produkten besteht, die auf der Strasse verdrückt werden, ist das für die Bemühungen um ein gesundes Körpergewicht kontraproduktiv. Körperliches Wohlbefinden von Jugendlichen zu unterstützen ist aber nicht nur anzustreben, um negative Gesundheitsfolgen zu vermeide, sondern weil es für die Jugendlichen selber von grossem Interesse ist und sich positiv auf die psychische und soziale Befindlichkeit auswirkt.

In Deutschland sind im Zusammenhang mit der Einführung der Ganztagesschule umfassende Massnahmen für die Verpflegungssituation in den Schulen im Gange, meist in Form von Einrichtungen von Mensen (siehe z.B. http://schuleundgesundheit.hessen.de). Mensen in allen Oberstufenschulen mit zusätzlicher Möglichkeit zur Turnhallenbenutzung sind für die Stadt Luzern noch Fernziele.

Wir fordern den Stadtrat aber auf, Möglichkeiten eines niederschwelligen Angebots für Mittagstische für Oberstufenschülerinnen und -schüler incl. Kostenfolgen aufzuzeigen. Die Umsetzung der oben erwähnten und geplanten Angebote für Verpflegung und Betreuung soll rasch an die Hand genommen werden. Sie soll möglichst schon im Schuljahr 2010/2011 zum Tragen kommen. Mit der Schliessung dieser Angebotslücke können nicht nur Gesundheitskosten, sondern auch soziale Folgekosten auf verschiedenen Ebenen eingespart werden. Eltern ermöglicht es, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, wovon sowohl die Familie als auch die Wirtschaft profitiert.