Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2010

Gender- und alltagsgerechte Zusammensetzung von Bau-, Planungs- und Raumplanungsgremien

Archiv: 16. März 2010

Postulat von Alain Greter und Mitunterzeichnenden

Der Regierungsrat wird ersucht, die gender- und alltagsgerechte und damit paritätische Zusammensetzung der kantonalen Bau-, Planungs- und Raumplanungsgremien zu fördern.

Begründung:
Entscheidgremien der Bau-, Planungs- und Raumplanungsbranche sind bei uns immer noch einseitig zusammengesetzt und mehrheitlich von Männern besetzt. Durch die fehlende Perspektivenvielfalt auf allen Prozessstufen bleiben allzu oft Bedürfnisse von vielen verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern unberücksichtigt.

Um diesen Mangel zu beheben, ist Gender Mainstreaming in vielen Nachbarländern der Schweiz verbindlicher Standard. Es bedeutet, dass in der Raumplanung sowie bei Planungs- und Bauprojekten die Bedürfnisse aller Nutzerinnen und Nutzer ‐ und damit eben auch die von Frauen ‐ differenziert und systematisch mitberücksichtigt werden. Dies soll dadurch geschehen, dass in allen Prozessen und auf allen Stufen eine geschlechts- und alltagssensible Perspektive integriert wird. Die Berücksichtigung der Unterschiede zwischen Frauen und Männern erfolgt nicht deshalb, weil diese Unterschiede beibehalten werden sollen, sondern mit der Zielsetzung, Ungleichheiten abzubauen. Eine gender- und alltagsgerechte Gestaltung des öffentlichen Raums zum Beispiel würde bedeuten, dass Frauen und Männern zu allen Tages- und Nachtzeiten die gleiche Mobilität ermöglicht wird. Wenn bereits genderund alltagsgerecht geplant wird, können teure bauliche Korrekturen vermieden werden.

Damit die gender- und alltagsgerechte Sicht in den verschiedenen Bau-, Planungs- und Raumplanungsprozessen selbstverständlich wird, braucht es neben dem Engagement von Fachfrauen an den entsprechenden Schlüsselstellen auch eine Gleichstellung und paritätische Vertretung in den entsprechenden Gremien auf allen Stufen. Deshalb fordern wir den Regierungsrat auf, die gendergerechte und paritätische Zusammensetzung der kantonalen Bau-, Planungs- und Raumplanungsgremien zu forcieren.