Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2008

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Gegen den Wildwuchs universitärer Namen und Titel

Archiv: 2. Dezember 2008

Motion von Michael Töngi und Mitunterzeichnenden

Der Regierungsrat wird beauftragt, dem Kantonsrat eine gesetzliche Norm vorzulegen, die eine Bestrafung von Bildungsanbietern vorsieht, die nicht durch anerkannte Agenturen akkreditiert sind, wenn sie sich Universität, Universitätsinstitut, Fakultät, Hochschule, Fachhochschule nennen und Lizenziate, Bachelor, Master, Doktoren- oder Professorentitel verleihen.

Begründung:
In der Schweiz floriert der Handel mit akademischen Titeln. Ohne eine einzige Vorlesung besucht zu haben, ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Themen, dafür für viel Geld können an sogenannten Universitäten wie der «Freien Universität Cham» oder der «Freien Universität Teufen» Titel gekauft werden. In Luzern existiert die dubiose «Odermatt-Walter-Universität». Diese sogenannten Titelmühlen sind lukrative Unternehmen, haben aber mit Bildung nur wenig zu tun. Möglich sind sie, weil sich in den meisten Kantonen auch Institutionen Universität nennen dürfen, die nicht durch die Schweizerische Universitätskonferenz anerkannt sind. Einzig der Kanton Aargau hat in seinem Gesetz über die Hochschul- und Innovationsförderung festgeschrieben, dass Bildungsanbieter, die ohne Anerkennung durch das zuständige Akkreditierungsorgan sind und die Bezeichnung Universität, Fakultät, Hochschule oder Fachhochschule tragen, mit einer Busse bestraft werden. Ebenso wird bestraft, wenn diese sogenannten Bildungsanbieter Titel wie Lizenziat, Bachelor, Master oder Doktoren- und Professorentitel verleihen. Weiter steht unter Strafe, Titel dieser Bildungsanbieter zu tragen, soweit dies nicht bereits durch das Strafgesetzbuch geregelt ist.

Die Schweiz investiert viele Mittel in die Bildung und baut den Bereich der tertiären Bildung weiter aus. In diesem Kontext schadet es dem Bildungsstandort Schweiz, wenn universitäre Titel gegen Geld erworben werden können und Pseudouniversitäten als ziemlich kuriose Farbtupfer die schweizerische Hochschullandschaft bereichern. Das Durchgreifen gegen diesen Titelschwindel ist auch im Hinblick auf all jene angesagt, die sich durch seriöse Aneignung von Wissen einen Titel erworben haben.