Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2008

Bei Neubau-Bewilligungen für Solaranlagen vorsorgen

Archiv: 9. September 2008

Motion von Alain Greter und Mitunterzeichnenden

Wir fordern den Regierungsrat auf, die Gewährung einer Baubewilligung von einem zusätzlichen Kriterium abhängig zu machen, nämlich davon, dass im Hinblick auf eine künftige Installation einer thermischen Solaranlage obligatorisch ein entsprechender Anschlusskanal verlegt werden muss.

Begründung:
Der Energieverbrauch der privaten Haushalte stellt einen beträchtlichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch dar (rund 30 Prozent). Dementsprechend fällt auch der Anteil am gesamten Treibhausgasausstoss (rund 22 Prozent) aus.

Die Warmwasseraufbereitung macht einen grossen Teil des Energieverbrauchs eines Haushalts aus. Hier kann der Energieverbrauch auf einfache Art und Weise durch Präventions- und Anreizmassnahmen reduziert werden. Zahlreiche Bauherren und Baufrauen zögern immer noch, eine thermische Solaranlage bei Neubauten zu installieren. Wirtschaftliche Gründe sind ausschlaggebend, weil eine solche Investition erst mittel- oder langfristig rentiert.

Umso mehr gilt dies, wenn es um die Installation bei bestehenden Gebäuden geht. Für die Verbindung der Sonnenkollektoren mit dem Speicher muss die Gebäudehülle auf dem Dach durchbrochen und es müssen Leitungen durch das ganze Haus hindurch verlegt werden. Aufwand und Kosten halten die Eigentümerinnen und Eigentümer davon ab, nachträglich eine solche Anlage zu installieren. Wenn bereits beim Bau ein kleiner Kanal für entsprechende Leitungen vorgesehen wird, kann die nachträgliche Installation problemlos erfolgen. Der dadurch beim Bau entstehende finanzielle Aufwand ist unbedeutend im Vergleich zu den Mehrkosten, die sich bei einem nachträglichen Einbau ergeben.

Die Gebäudehülle hat zudem eine sehr lange Lebensdauer (circa 50 bis 100 Jahre). Wenn Bauherren und Baufrauen heute die Installation von Sonnenkollektoren noch scheuen, kann sich die Ausgangslage in 5 oder 10 Jahren allein durch die technische Entwicklung, aber auch durch die fortschreitende Klimaänderung sehr zugunsten einer Installation verändern. Eine entsprechende Vorinstallation ist deshalb sinnvoll.