Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2008

Rückzug der Initiative für eine kinder- und elternfreundliche Stadt

Archiv: 3. Juni 2008

Medienmitteilung Grüne Stadt Luzern

Das Initiativkomitee zieht am Freitag, 6. Juni 2008 die im Sommer 2006 eingereichte Initiative für eine kinder- und elternfreundliche Stadt zurück. Dies, weil die Stadt die Anliegen der Grünen weitgehend aufnimmt: Für Luzern und Littau ist ein weiterer Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung im Vorschul- und im Schulalter geplant. Dennoch: Für die InitiantInnen sind noch Fragen offen in Bezug auf die Qualitätsentwicklung der familienergänzenden Kinderbetreuung. Aus diesem Grund formulieren sie in einem Brief an die Sozialdirektion ihre Vorstellungen dazu.

Die Stadt nimmt die Forderungen der Initiative in zwei Reglemente auf. Diese halten fest, dass die Stadt familienergänzende Kinderbetreuung auf Nachfrage der Eltern bedarfsgerecht plant und anbietet. Das Initiativkomitee sieht angesichts der bevorstehenden Gemeindefusion Littau und Luzern die Verankerung der Kinderbetreuungsfragen in Reglementen besser eingebunden, als wenn diese in der bisherigen oder in der neuen Gemeindeordnung festgeschrieben würde.

Gruppenbild bei der Übergabe
Die Grünen Luzern bei der Übergabe des Rückzugsschreibens am 6. Juni vor dem Stadthaus (v.l.n.r.): Edith Lanfranconi (Grossstadträtin Grüne), Daniel Egli (Stadtkanzlei Luzern), Agatha Fausch (Grossstadträtin Grüne), vom Vorstand Grüne Stadt Luzern Chris Kravogel, Cécile von Reding, Rita Meyer, Hanspeter Hug, und vorne: Tia, Aaren und Jaro. (Foto: Steffi Wyss)
Es sind noch Fragen offen im Bezug auf die Qualitätsentwicklung der familienergänzenden Kinderbetreuung. Diese Fragen allein rechtfertigen nicht, an der Initiative festzuhalten. Die InitiantInnen sind der Ansicht, dass sie sich damit formaljuristisch auf ein schwieriges Parkett begeben würden.

Am Freitag, 6. Juni übergeben die InitiantInnen der Stadt das Rückzugsschreiben. Gleichzeitig formulieren sie in einem Brief ihre Vorstellungen, wie die familienergänzende Kinderbetreuung weiterentwickelt und optimiert werden kann. Der Brief an die Sozialdirektion beinhaltet folgende Punkte:
  1. Wege zwischen Elternhaus, Schule/Kindergarten und Ki-Ta: Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren brauchen sichere (Vor-)Schulwege. Es braucht ein Konzept, wie kleine Kinder auf ihren Wegen zwischen Kindergarten und Kinderbetreuungsstätte begleitet werden.
  2. Spiel und Bewegung auch in den additiven Tagesschulen: Die additive Tagesschule soll den Kindern ermöglichen, sich zu entspannen, zu spielen und sich zu bewegen. Die engere Verbindung zwischen Unterricht und Betreuung soll nicht zu einer Verschulung der Freizeit führen. Für Familien, die ein kompaktes Schul- und Betreuungsangebot benötigen, soll bei Bedarf ein integriertes Tagesschulmodell entwickelt werden.
  3. Personal und Nachwuchs: Die vorschulische und schulische Kinderbetreuung braucht genügend qualifiziertes Personal. Die städtischen Ki-Tas sollen genügend Ausbildungsplätze für Kleinkind-ErzieherInnen und Fachangestellte Kinderbetreuung bereitstellen.

Fakten zur Initiative:
Im Sommer 2006 reichten die Grünen die Initiative für eine kinder- und elternfreundliche Stadt mit 1400 Unterschriften ein. Ihr Wortlaut: Gestützt auf § 131 des Stimmrechtsgesetzes der Stadt Luzern verlangen die unterzeichneten Stimmberechtigten der Stadt Luzern in Form des ausgearbeiteten Entwurfs folgende Aenderung der Gemeindeordnung:
Art 3a (neu)
  1. Die Stadt Luzern fördert die Kombination von Familien- und Erwerbsarbeit für Väter und Mütter.
  2. Die Stadt Luzern gewährleistet in Zusammenarbeit mit Privaten ein der ausgewiesenen Nachfrage entsprechendes und qualitativ gutes, breitgefächertes Angebot an familienergänzender Betreuungsplätzen für Kinder und Jugendliche bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit.
Im März 2008 stimmte die Mehrheit des Stadtparlaments einem Gegenvorschlag des Stadtrats zu, der die Anliegen der Grünen weitgehend aufnimmt.

Anhang: Brief an die Sozialdirektion (PDF)