Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2008

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Einführung der aufsuchenden Gassenarbeit

Archiv: 29. April 2008

Postulat von Christina Reusser und Mitunterzeichnenden

Wir bitten den Regierungsrat, sich für die Einführung der aufsuchenden Gassenarbeit einzusetzen und bei der kantonalen Drogenkonferenz ein entsprechendes Begehren vorzulegen.

Begründung:
Die Drogenpolitik in der Schweiz basiert auf dem sogenannten Vier-Säulen-Prinzip (Prävention, Behandlung, Repression und Schadensminderung/Überlebenshilfe). Für die Koordination dieses Vier-Säulen-Prinzipes ist im Kanton Luzern die Drogenkonferenz zuständig, welche aus Vertretern des Gesundheits- und Sozialdepartementes, des Justiz- und Sicherheitsdepartementes, der Kantonspolizei, der Stadt Luzern, der Agglomerations- und der Landgemeinden besteht.

Die Stadt Luzern und der Kanton Luzern verfügen über ein vielfältiges Angebot für Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen, bieten mit der Gassenküche, der Notschlafstelle, dem Fixerraum und einem medizinischen Ambulatorium Möglichkeiten zur Überlebenshilfe. Die Angebote sind in der Stadt Luzern angesiedelt und müssen von den Drogensüchtigen und Randständigen aufgesucht werden.

Die aktuelle Verlagerung der Drogenszene vom Vögeligärtli in den Salesia-Park sowie der Umstand, dass die Personen nicht nur aus einer Gemeinde stammen, zeigen, dass Drogenpolitik nicht vor Gemeindegrenzen haltmachen kann. Aus dem aktuellen Geschehen ist ersichtlich, dass eine kantonal koordinierte Drogenpolitik von zentraler Wichtigkeit ist.

Die Verlagerung der Drogenszene wird nicht ein einmaliges Phänomen bleiben, sondern widerspiegelt die Reaktion der zunehmenden Vertreibung und Repression gegenüber den randständigen und drogensüchtigen Personen. Nebst den vorhandenen Angeboten müssen weitere Lösungsansätze erarbeitet werden. Gerade wegen der Szenenverlagerungen und der wechselnden Brennpunkte ist eine aufsuchende Gassenarbeit nötig.

Aufsuchende Gassenarbeit wird in der Stadt Luzern und im Kanton nicht angeboten, und die schwer erreichbaren Klientinnen und Klienten sind zu einem grossen Teil sich selber überlassen. Gassenarbeit umfasst im Wesentlichen folgende Bereiche:
  • aufsuchende Sozialarbeit,
  • besondere Situation von Einzelnen und/oder Gruppen erkennen («seismografische» Funktion),
  • Hilfeleistungen für Einzelne und/oder Gruppen, das heisst Beratung, Begleitung, Betreuung sowie Förderung der Eigeninitiative entweder persönlich oder durch die Vermittlung von anderen Stellen,
  • Wahrnehmen von aufklärender und vermittelnder Funktion als Sprachrohr und Brückenbauer zur betroffenen Umgebung, zu Behörden und zur Öffentlichkeit.
Ein wesentlicher Vorteil der aufsuchenden Gassenarbeit ist die Flexibilität und Mobilität der professionellen Gassenarbeiterinnen und -arbeiter, die sich den verändernden Gegebenheiten anpassen können.