Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2008

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Weiterführung der Handelsdiplom-Abteilung an der Wirtschaftsmittelschule Luzern

Archiv: 28. April 2008

Postulat von Alain Greter und Mitunterzeichnenden

Wir fordern den Regierungsrat auf, die angekündigte Streichung der Handelsdiplomklasse an der Wirtschaftsmittelschule Luzern rückgängig zu machen und die Klasse auch im nächsten Schuljahr zu führen.

Begründung:
Die Wirtschaftsmittelschule Luzern (WML) besteht aus einer Handelsdiplom- und einer Berufsmatura-Abteilung. Die WML bildet zusammen mit der Fachmittelschule (FMS) und der Berufsmittelschule Gesundheit und Soziales (BM GS) das Mittelschulzentrum Luzern.

Ende März 2008 teilte das Bildungs- und Kulturdepartement mit, dass die Handelsdiplomklasse der WML auf Anfang des nächsten Schuljahres gestrichen wird. Dies verstösst gegen das kantonale Aufnahmereglement (SRL Nr. 40) wie auch gegen die Vorgaben des Bundes. Schliesslich ist es eine Zumutung für die knapp 20 Schülerinnen und Schüler, welche die Aufnahmebedingungen der Handelsdiplom-Abteilung erfüllt haben.

Das Reglement über die Aufnahme, die Promotion und die Diplomprüfungen an den Wirtschaftsmittelschulen des Kantons Luzern hält fest: «Für die Aufnahme in die Wirtschaftsmittelschule mit Ziel Handelsdiplom werden neben den Ergebnissen der Aufnahmeprüfung auch die Erfahrungsnoten des ersten Semesters des letzten Schuljahres berücksichtigt» (§ 16 Abs. 1c). In diesem Jahr wurden die Aufnahmebedingungen nach den Prüfungen abgeändert und die Erfahrungsnoten nicht berücksichtigt. Damit wurde insgeheim ein Numerus clausus eingeführt, was für die Wirtschaftsmittelschule nie zur Diskussion stand.

Gemäss Vorgaben des Bundesamtes für Bildung und Technologie sollen an den Berufsmatura-Abteilungen homogene Klassen geführt werden. Schülerinnen und Schüler, die sich in den Berufsmaturaklassen nicht halten konnten, wechselten bisher in die Handelsdiplom-Abteilung. Weil diese Möglichkeit wegfällt, stellt sich die Frage, was mit diesen Schülerinnen und Schülern passiert.

Die vorgebrachten Platzprobleme am Mittelschulzentrum liegen nicht zuletzt am unfairen Prüfungsverfahren. Die BM GS kann entweder lehr- respektive schulbegleitend (BM 1) oder aber nach abgeschlossener Lehre (BM 2) absolviert werden. Unabhängig davon ist die Aufnahmeprüfung für alle die gleiche. Die Aufnahmeprüfung für die verschiedenen BM-Ausbildungsgänge sollte den unterschiedlichen Niveaus angepasst werden.

Es ist nicht verwunderlich, dass dieses Jahr sehr viele junge Erwachsene die Aufnahmeprüfung der BM 2 problemlos bestanden haben und so mehr Klassen am Mittelschulzentrum geführt werden müssen. Der Ausbau der BM GS konkurrenziert aber direkt die WML mit ihrer Handelsdiplom-Abteilung.

Die Streichung der WML-Klasse widerspricht schliesslich den Bemühungen, allen Schülerinnen und Schülern ihren Fähigkeiten entsprechende Ausbildungsbedingungen zu bieten. Aus verschiedenen Gründen finden jene Jugendlichen, welche die Handelsdiplomklasse besuchen wollen, keine Lehrstelle. Nach unzähligen erfolglosen Bewerbungen mutet der «Lösungsvorschlag» von Josef Widmer, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons, zynisch an. Die Jugendlichen würden motiviert, eine kaufmännische Lehre zu absolvieren oder andere Optionen zu prüfen: «Es gibt Lehrplätze, die nicht besetzt werden konnten, und es wird weiterhin solche geben» («Neue Luzerner Zeitung» von Montag, 31. März 2008). Die Handelsdiplom-Abteilung entspricht den Fähigkeiten dieser Jugendlichen, und sie rüstet sie für den späteren Einstieg ins Berufsleben. Die Streichung der Handelsdiplomklasse lässt sich in keiner Weise rechtfertigen und ist rückgängig zu machen.