Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2008

Beitritt der Stadt Luzern zur Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus

Archiv: 3. März 2008

Postulat von Ylfete Fanaj, Andreas Wüest und Korintha Bärtsch

Die Städte-Koalition gegen Rassismus ist Teil einer 2004 gestarteten weltweiten Initiative der UNESCO. Sie hat zum Ziel, ein internationales Netzwerk von Städten zu schaffen, die sich gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit einsetzen. Diese weltweite Vernetzung ist nach Kontinenten aufgeteilt. Für die europäische Koalition koordiniert die Stadt Nürnberg. Dem Netzwerk europäischer Städte gehören zurzeit 28 Städte an. Weitere 41 Städte haben eine entsprechende Absichtserklärung zum Beitritt unterzeichnet. Auch in der Schweiz machen Zürich und Winterthur in dieser Städte-Koalition mit, Genf und Lausanne haben Absichtserklärungen unterzeichnet. Die Mitgliederstädte der Koalition verpflichten sich zur Umsetzung eines 10-Punkte-Aktionsplanes. Mit dem Beitritt zur Städte-Koalition kann die Stadt Luzern ein Zeichen setzen und eine aktive Rolle bei der Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus übernehmen. Denn die Achtung der Menschenrechte lässt sich am wirkungsvollsten im konkreten Alltag des Zusammenlebens durchsetzen.

Wir bitten den Stadtrat, den Beitritt der Stadt Luzern zur Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus eingehend zu prüfen, unter Einbezug der von der Stadt Luzern bereits erfüllten bzw. noch zu erfüllenden Beitrittskriterien, wie sie von der UNESCO (Act of Accession and Commitment - Ten Point Plan) vorgelegt werden:
  1. Verstärkte Wachsamkeit gegenüber Rassismus
  2. Bewertung der örtlichen Situation und der kommunalen Massnahmen
  3. Bessere Unterstützung für die Opfer von Rassismus und Diskriminierung
  4. Bessere Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für die Bürger/innen
  5. Die Stadt als aktive Förderin gleicher Chancen
  6. Die Stadt als Arbeitgeberin und Dienstleisterin
  7. Chancengleichheit auf dem Wohnungsmarkt
  8. Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung durch Bildung und Erziehung
  9. Förderung der kulturellen Vielfalt
  10. Rassistische Gewalttaten und Konfliktmanagement