Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2007

Solarstrom - ökologisch und marktwirtschaftlich

Archiv: 25. Juni 2007

Das Prinzip der direkten Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom - der Photoeffekt - ist schon fast zwei Jahrhunderte alt. Die Photovoltaik ist dennoch marktwirtschaftlich nicht reif.

von Jozef Bodlak, Luzern

Im All sind die Solarzellen ohne Konkurrenz. Klar, denn die Bedürfnisse der Raumfahrtindustrie haben die Forschung und Entwicklung der Solarzellen vorangetrieben. So weit, dass man mit der Photovoltaik und der potenziellen Quelle der Energie auch auf der Erdoberfläche rechnen darf. Die ganze Solaranlage ist jedoch zu teuer und noch nicht konkurrenzfähig.

Die Erfahrungen aus anderen Technologien zeigen, wie weit die Gesellschaft die Forschung und Entwicklung gezielt vorantreibt. Besonders, wenn die Bedingungen günstig sind und genügend Motivation vorhanden ist.

Ein Beispiel, das enormes Wachstumspotenzial in relativ kurzer Zeit gezeigt hat, ist die PC- und Software-Industrie. Innerhalb von 25 Jahren hat man diese, hinsichtlich der Leistung und dem Preis, enorm entwickelt. Diese Industrie hat unzählige neue Arbeitsplätze geschaffen und vielen Regionen oder sogar Staaten zum wirtschaftlichen Wachstum verholfen.

Die Solarenergie ist eine der wichtigsten erneuerbaren Energien mit einem grossen Wachstumspotenzial. Was im All selbstverständlich ist, muss auch auf der Erde Gültigkeit haben.

Betrachten wir es von einer anderen Seite. Die herkömmlichen Investoren wollen die Solarkraftwerke nur bauen, wenn die Investition eine sichere und angemessene Rendite bringt. Zurzeit sollte der Investor für eine Kilowattstunde mehr als 80 Rappen bekommen, gerechnet auf heutige Preise der Anlagen. Der Tagespreis für eine Kilowattstunde liegt jedoch knapp unter 20 Rappen. Der Vergleich zeigt, wie teuer die Solartechnologie noch ist. Trotz Subventionen bewegt sich die Solartechnologie nicht genügend schnell vorwärts. Die Regeln der Investoren sind nicht ökologisch orientiert.

Die Solartechnologie basiert auf halbleitenden Materialien wie Silizium, Indium, Selen usw. Diese edlen Materialien können noch nicht in entsprechender Qualität und konkurrenzfähig produziert werden. Die Effizienz der Energieumwandlung der käuflichen Technologie ist noch niedrig, knapp über 10 %. Der Preis für die notwendige Infrastruktur ist dagegen relativ hoch, und genau dort stecken die Reserven.

Es werden bereits Prototypen von Materialien erforscht, wo die Effizienz der Energieumwandlung bei 25 % liegt. Die Probleme der Infrastruktur sind bekannt und Lösungen bereits in Bearbeitung. Was fehlt, ist die Motivation, die nicht nur ein paar Enthusiasten, sondern die ganze Masse der potenziellen Kunden anziehen soll.

Es gibt Firmen, die auf die erneuerbaren Energien fokussiert sind. Der Markt ist aber noch nicht vorhanden. Die Ursache liegt eindeutig in der Politik. Die Angst vor Veränderungen, Mangel an Ideen und fehlender Druck seitens Stimmberechtigter auf den «marktwirtschaftlichen» Teil der Politiker. Aber dies ist wiederum eine andere Geschichte.