Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2005

Umfassender Hochwasserschutz statt Rontal-Zubringer

Archiv: 6. September 2005

Die Grossratsfraktion des Grünen Bündnisses hat sich an ihrer halbjährlichen Retraite ausführlich mit der politischen Bewältigung der Hochwasser der letzten Wochen befasst. Sie drückt zuerst allen Geschädigten ihr Mitgefühl aus.

Medienmitteilung Grünes Bündnis Luzern

Der Hochwasserschutz muss in Zukunft umfassender angegangen werden. Dazu gehören auf der technischen Seite unter anderem ein integrales Risikomanagement im ganzen Einzugsgebiet von Fliessgewässer-Systemen unter optimalem Einbezug der betroffenen Bevölkerung. Notwendig sind verbindliche und flächendeckende Gefahrenkarten, Renaturierungen und Ausweitungen an den Fliessgewässern mit der Schaffung von Retentions- und Überflutungsflächen, der Mut zu Rückzonungen gefährdeter Gebiete oder nur schon die Einhaltung bestehender Vorschriften. Dringlich ist zu prüfen, ob aktuell an den Fliessgewässern geschädigte Flächen nicht gleich dauerhaft zur Hochwasserentlastung dienen können. Ebenso ist zu prüfen, wie Flächen in abgerutschten landwirtschaftlichen Nutzflächen mit rutschresistenterer Vegetation (Magerwiesen, Gebüsch) begrünt werden können. Dafür müssten die LandbesitzerInnen entschädigt werden können.

Noch weit mehr finanzielle, aber auch personelle Mittel sind für die Behebung der aktuellen Schäden und für die notwendigen Hochwasserschutzmassnahmen in nächster Zukunft bereit zu stellen, ohne dass daneben die übrigen staatlichen Tätigkeiten zusätzlich finanziell unter Druck geraten.

Die Fraktion macht seit Jahren immer wieder deutlich, dass eine konsequente Umweltpolitik die beste Prävention gegen Umweltschäden ist. Extreme Wetterereignisse sind leider ein allzu deutlicher Hinweis auf die Folgen der menschgemachten Klimaerwärmung. Daraus gilt es Lehren zu ziehen, vor allem in der Energie- und Verkehrspolitik. So müssen der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoss mittelfristig drastisch reduziert werden. Geld für einen klugen umfassenden Hochwasserschutz auszugeben ist sowohl volkswirtschaftlich wie ökologisch sehr viel nachhaltiger und sinnvoller als beispielsweise die 100 Mio. Franken für den geplanten Rontalzubringer, der Mehrverkehr und mehr Klimabelastung bringen wird.