Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2005

Zur Abstimmung über den Verkauf der Meiersmattwiese in Kriens

Archiv: 29. August 2005

Am 25. September stimmen die Krienser Stimmberechtigten über den Verkauf und die Überbauung der Meiersmattwiese ab. Der Vorstand des Grünen Bündnis hat das Thema eingehend und kontrovers diskutiert. Er ist mehrheitlich der Meinung, dass der Verkauf zum heutigen Zeitpunkt abzulehnen ist, und zwar aus folgenden Überlegungen:

Die Meiersmattwiese liegt heute in der Bauzone, und dies aus gutem Grund. Es ist schliesslich besser, ein Grundstück innerhalb des Siedlungsgebietes zu überbauen, als z.B. weit aussen auf dem Sonnenberg. Es gibt ja in Kriens weit schlimmere "Einzonungssünden" wie z.B. im Gebiet Ehrendingen. Und auch die Überbauung des Erholungsgebietes Gabeldingen konnte nur mit grossem grünem Einsatz verhindert werden und wird von bürgerlichen Parteien schon wieder gefordert. Diese Überlegung spricht langfristig für eine Überbauung der Meiersmattwiese und war auch der Grund, weshalb einige Krienser Grüne den Verkauf befürworten und auch im Einwohnerrat dafür stimmten.

Es stellt sich aber auch die Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist für eine Überbauung der Meiersmattwiese. Der Vorstand der Grünen Kriens findet mehrheitlich nein, denn in Kriens steht in den kommenden Jahren ein regelrechter Bauboom bevor. Für fast alle verbleibenden Bauzonen bestehen Projekte für die nächsten ca. 3 Jahren mit gesamthaft mehreren hundert neuen Wohnungen. So ist bald sämtliches Bauland überbaut, und für die nächsten Generationen bleibt kaum mehr etwas übrig. Der Druck auf weitere Einzonungen - auch in Grünzonen wie Gabeldingen - nimmt damit stark zu. Die Gemeinde soll diesen Bauboom aber nicht noch verstärken und mit dem Verkauf und der Überbauung von gemeindeeigenen Flächen mindestens 5-10 Jahre zuwarten.

Dazu kommt, dass neue Wohnungen bekanntlich zusätzlichen Verkehr erzeugen, weil leider nicht alle mit Bus oder Velo zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren. Damit gibt es noch mehr Stau, Lärm und Abgase, und auch der Bus kommt noch schlechter vorwärts als heute schon. Zuerst müssen die Verkehrsprobleme entschärft werden: Kurzfristig durch Veloförderung, Busbevorzugung, Pförtnerung und wo möglich Busspuren - langfristig mit einem Schienenanschluss. Erst dann sollen noch mehr Wohnungen gebaut werden.